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Wo der Kreis seine Straßen repariert

In diesem Jahr kann das Landratsamt Görlitz einige Dauerprobleme abhaken, Radwege bauen und Lücken schließen.

© Rafael Sampedro

Von Anja Beutler

Südliche Oberlausitz. Baustellen sind Last und Segen zugleich. Auch der Landkreis muss an seinen Straßen dringend arbeiten. Für Pendler und Reisende bedeutet das Umwege – für manchen Anlieger das Ende jahrelangen Wartens. Ein Überblick:

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Rund um Löbau: Straße durch Kottmarhäuser bleibt beengt

Vor 24 Jahren hat wohl niemand gedacht, dass es so lange dauern würde, bis die Kottmarhäuser-Straße saniert wird. Doch allen Widernissen zum Trotz sind nun Bagger vor Ort und bringen die Strecke in Ordnung: Entwässerung der Straße, Gehweg, Parkplatz. Dieter Peschel, der Bauamtsleiter des Kreises, weiß um die Dringlichkeit der Arbeiten, für die der Kreis 880 000 Euro veranschlagt: „Es gab Versetzungen in der Straße und Probleme mit den Böschungen“, zählt er auf. Da man sich mit Anwohnern nicht über nötigen Grundstückserwerb einigen konnte, ging es nicht voran. Denn der Kreis wollte die an einigen Stellen schmale Straße auf das Mindestmaß von 5,50 Metern verbreitern. Machbar ist dies am Ende nicht, auf 20 der 310 Meter wird es auch weiterhin eng bleiben, sagt Peschel. Die Straße ist voll gesperrt, die Umleitung läuft über Eibau (B 96), die S 144 und die Kreisstraße in Niedercunnersdorf.

Mit dabei ist der Kreis auch bei einer Baumaßnahme des Freistaates, der die Kreuzung auf der S 151 in Lawalde saniert. In diese Kreuzung mündet mit der Rosenstraße auch eine Kreisstraße, deshalb beteiligt sich der Kreis mit 600 000 Euro an grundlegender Sanierung und Brückenbau. Autofahrer können an der Baustelle vorbei, die Strecke wird nur halbseitig gesperrt und per Ampel geregelt.

Nur noch kleine Restarbeiten sind an der Brücke in Großschweidnitz nötig, bestätigt Peschel. Im Juni sei deshalb die Strecke wieder passierbar, die Vollsperrung aufgehoben. Die Arbeiten haben 600 000 Euro und viele Nerven gekostet, denn die Baustelle ist dreimal regelrecht abgesoffen.

Herrnhut und der Eigen: Huckelpiste von Ruppersdorf wird geebnet

Im Juli geht es los: Die Obercunnersdorfer Straße durch Ruppersdorf wird saniert. Seit Jahren warten die Anwohner darauf, zumal die Straße auch unter dem Baustellenverkehr für die B 178 n vor reichlich fünf Jahren gelitten hatte. An diesem Mittwoch ist Einwohnerversammlung, wo der Kreis die Pläne erörtert, bestätigt Peschel. Obwohl das Landratsamt wegen hoher Preise 2017 die Straßensanierung in diesem Jahr nochmals neu ausgeschrieben hat, wird es nicht billiger: 1,18 Millionen Euro werden die 2,6 Kilometer neue Deckschichten samt der Sanierung eines Durchlasses und der Entwässerung kosten. Gebaut werden soll bis Ende des Jahres, in der Zeit muss der Verkehr über die S 144 und die B 178 n Richtung Obercunnersdorf rollen.

Noch die alte Strecke benutzen können hingegen die Dittersbacher: Zwischen der S 128 und der S129 wird erst 2019 gebaut.

Zittauer Umland: Rutschender Hang in Mittelherwigsdorf soll repariert werden

960 000 Euro sind für die Brückensanierung samt Stützwandbau in Schlegel eingeplant. „Es geht dort jetzt wie geplant voran“, bestätigt der Kreisbauamtsleiter Dieter Peschel. Das sah im vergangenen Jahr nämlich anders aus. Damals hatte sich keine Firma auf die Ausschreibung hin beworben, um die Hochwasserschäden noch aus dem Jahr 2010 zu beseitigen. Nun wird mit Vollsperrung gebaut, der Schwerlastverkehr wird über die B 99 umgeleitet, weitere innerörtliche Umleitungen sind für den Busverkehr und den normalen Pkw-Verkehr möglich.

Voll gesperrt ist auch die August-Bebel-Straße in Olbersdorf. Auf dieser Kreisstraße wird auf 290 Metern eine Stützwand erneuert. Auch Trinkwasserleitung und Regenwasserkanal sowie die Straße selbst samt Gehweg werden bis November ausgebaut. Finanziell muss der Kreis inzwischen mit über zwei Millionen Euro rechnen, weil der Zustand der Mauer schlechter war, als es Voruntersuchungen zunächst vermuten ließen. Die Umleitung verläuft über die Entlastungsstraße S 133 zwischen Olbersdorf und Zittau.

Zwei Stützmauern sind auch in Mittelherwigsdorf Thema: Die an der Schule wird 2019 gebaut, an der Hauptstraße 77 muss hingegen dieses Jahr gehandelt werden: „Es besteht die Gefahr der Hangrutschung“, sagt Peschel. Für den Allgemeinverkehr gesperrt und notgesichert ist die Strecke seit vergangenem Jahr. der Kreis hofft, die betroffenen 60 Meter mit Mauer, Regenwasserkanal und Gehweg noch in diesem Jahr für 825 000 Euro bauen zu können. Autos müssen einstweilen weiter über die B 96 und die S 139 ausweichen.

In den Startlöchern steht der Kreis auch in Eckartsberg, wo noch 93 Meter der Geschwister-Scholl-Straße saniert werden müssen. Das ist, nach dem Bau des Regenrückhaltebeckens, möglich. 190 000 Euro soll dies noch kosten. Die Umleitung läuft über die B 99, Zittau und die S 132.

Zittauer Gebirge: Sicher Radeln bis zum Trixi-Bad

Bis September sollen die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt Jonsdorf bis zum Waldbühnenparkplatz erledigt sein. Die Großschönauer Straße wird für 2,6 Millionen Euro saniert, die Leitungen erneuert und ein Fußweg angebaut. „Der erste Bauabschnitt hat uns ein positives Echo eingebracht“, freut sich Peschel über den Erfolg der Arbeiten, die mit der Gemeinde umgesetzt werden. Zugleich bekommt die Großschönauer Straße auf einem Kilometer zwischen Trixi-Bad und dem Jägerwäldchen einen Radweg. Unter einseitiger Sperrung wird er bis November gebaut und kostet samt Amphibiendurchlässen 970 000 Euro.

Oberland: Endlich Geld für Wunsch aus Neusalza-Spremberg

Endlich geklappt hat es mit dem Wunsch nach Fördergeldern für die Sanierung der Bahnhofstraße in Neusalza-Spremberg. Von Juli bis Ende 2019 soll sie vom Bahnhof bis zur B 96 ausgebaut und mit Gehwegen versehen werden. 1,44 Millionen Euro sind dafür geplant. Die Straße wird voll gesperrt, der Verkehr über die B 96 und Friedersdorf umgeleitet.