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Wo der Wolf als Mops auftritt

Die lange Nacht ist der Höhepunkt des Puppentheaterfests im Osterzgebirge – mit Aberglaube und neuen Geschichten.

© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

Schauspieler sind abergläubisch, behauptete zumindest Katharina Sell vom Figurentheater „Ernst Heiter“ aus Peenehagen in ihrer Ansage zur langen Nacht des Puppenspiels am Sonnabend im Gasthof Bärenfels. Über der Bühne sollen die Geister all der Figuren schweben, die dort je zu sehen waren. In Bärenfels wurden diese Geister sogar sichtbar.

Garten
Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Weitere Bilder vom Puppentheaterfest

Der Wolf ging mit Rotkäppchen nicht in den Wald, sondern gab den Mops.
Der Wolf ging mit Rotkäppchen nicht in den Wald, sondern gab den Mops.
Birte Hebold vom Figurentheater Eigentlich aus Frankfurt/M. mit ihrer Aufführung von den sieben Geißlein.
Birte Hebold vom Figurentheater Eigentlich aus Frankfurt/M. mit ihrer Aufführung von den sieben Geißlein.
Robert Hennig (re ) und Frank Haußig sorgten für musikalische Umrahmung.
Robert Hennig (re ) und Frank Haußig sorgten für musikalische Umrahmung.
Das Hauptstück „Petruschka“ zeigte das Deutsch-Sorbische Volkstheater.
Das Hauptstück „Petruschka“ zeigte das Deutsch-Sorbische Volkstheater.

Im ersten Teil des Abends zeigte das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen „Petruschka“, den russischen Kasper, der schon als Säugling den Dorfpolizisten ärgert und als russischer Anarchist von der Polizei verfolgt wird, bis er schließlich die Zarentochter liebt – aber nicht heiratet.

Anschließend gab eine Reihe von Künstlern, die beim dreitägigen Puppentheaterfest auftraten, Ausschnitte aus ihrer Arbeit zum Besten. Meist entwickelten sie Märchenstoffe und -figuren weiter. So spielte Carmen Paulenz aus Bautzen den Froschkönig als Entwicklungsgeschichte der Prinzessin, die lernt, zu ihrem Vater auch „Nein“ zu sagen. Rotkäppchen und der Wolf ziehen beim Piccolo Theater aus Cottbus nicht in den Wald, sondern inszenieren Gedichte von Ernst Jandl.

Ein Wolf, der als „Ottos Mops“ auftritt, der macht keine Angst mehr. Doch mit dem Aberglauben der Künstler ist das so eine Sache. Es war das 13. Puppentheaterfest, und ausgerechnet da fiel der künstlerische Leiter, Jens Hellwig, wegen Krankheit aus. Aber mit geschickter Improvisation brachte Jan Kempe, der Bärenfelser Kasperwirt, eine bunte Puppentheaterrevue über die Bühne.