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Wo die Sonnenstrahlen das Wasser kitzeln

Die Wilde Weißeritz schlängelt sich durch das Tal, Mühlen und Berggruben reihen sich aneinander: Auf, in den Tharandter Wald!

Die Wilde Weißeritz schlängelt sich durch das Tal.
Die Wilde Weißeritz schlängelt sich durch das Tal. © Foto: Jörg Ludewig

Wer eine Tageswanderung mit der Familie plant, braucht vor allem eins: eine abwechslungsreiche Strecke. Das Tal der Wilden Weißeritz, am südlichen Rande des Tharandter Waldes, bietet Natur pur und jede Menge zu sehen. Die Wege bieten zudem ausreichend Schatten. Für Pausen zwischendurch bieten sich genügend Sitzgelegenheiten oder es wird die Picknickdecke direkt am Ufer der Wilden Weißeritz aufgeschlagen. Hier lässt es sich auch mal mit den Füßen im Wasser planschen. Die Wanderung beginnt am Bahnhof „Edle Krone“, einem Museums- und Wanderbahnhof, der gut mit Bus und Bahn zu erreichen ist. Hier bitte unbedingt auf den Autoverkehr achten, denn zunächst verläuft die Wanderung etwa 20 Minuten mit rotem Strich auf der Straße entlang der Wilden Weißeritz in Richtung Dorfhain. Dabei geht es unter zwei Eisenbahnbrücken hindurch. Links der Straße folgt die Tour dem zweiten Weg, der mit rotem Strich entlang der Wilden Weißeritz als Energie-Erlebnispfad (Wegweiser Richtung Aurora Erbstollen) ausgeschildert ist. Nach einer halben Stunde ist der Wanderer an der ehemaligen Niedermühle und der Haltestelle Dorfhain Abzweig Kleindorfhain angekommen. Der Weg führt auf dem Poetengang weiter. Jenseits der Wilden Weißeritz liegt der etwa 700 Jahre alte Ort Dorfhain.

Tal der Wilden Weißeritz

Die Wilde Weißeritz gräbt sich in diesem Gebiet in Gneis und Porphyr ein. Das Tal mit seinem Hangwald steht unter Naturschutz. Früher nutzten viele Mühlen das Wasser der Wilden Weißeritz. Heute dienen die Mühlengebäude anderen Zwecken.

Der Bergbau um Dorfhain ist seit 1511 belegt. Um 1792 werden 29 Gruben erschlossen und Silbererz zu Tage gefördert, 1892 erlischt aber der Bergbau insgesamt. In diesem Teil des Tales sind die Namen vieler Erzbergbaugruben beziehungsweise Stollenmundlöcher erhalten. Viele Stolleneingänge sind zugeschüttet oder überwachsen, einige mit Gittern gesichert. Alle noch vorhandenen bergmännischen Stollen sind wichtige Fledermausquartiere, in dieser Gegend besonders für Mopsfledermaus, Großes Mausohr und Bechsteinfledermaus.

Mühlen säumen den Weg

Nach Überqueren der Wilden Weißeritz und der Talstraße geht links der markierte Weg am Ortsausgang von Dorfhain weiter. Jenseits des Flusses liegt die ehemalige Barthmühle. Eine Tafel erinnert an den Glück Gottes Stollen. Es geht vorbei am Stollen Reicher Silbersegen. Nach 15 Minuten geht es über eine Brücke zur bereits verfallenen Stübemühle. Gemütlich durch den Wald führt die Strecke weiter zur ehemaligen Winkelmühle, die leer steht. Hier kreuzt eine Trinkwasserleitung das Tal. Es geht etwa 50 Meter die Obercunnersdorfer Straße rechts bergauf, dann führt links der Beschilderung folgend eine Treppe und dann ein Pfad in Richtung Aurora Erbstollen.

Aurora Erbstollen

Der Aurora Erbstollen ist als Besucherbergwerk zugänglich und zeigt unter anderem Werkzeuge der Bergleute aus verschiedenen Epochen. Der Name „Aurora“ bedeutet „Morgenröte“ und wurde von den Bergleuten mit Hoffnung auf Erz verbunden. Hier wurden silberhaltiges Blei- und Kupfererz, Baryt und Fluorit abgebaut. Um 1580 wurde die Grube geteuft. Damit für einen Stollen die Erbstollengerechtigkeit verliehen werden konnte, musste der Stollen eine bestimmte Tiefe sowie einen vorgeschriebenen Anstieg haben und durfte keine Stufe in der Sohle aufweisen. Das Stollenmundloch musste offen, der Stollen in befahrbarem Zustand und die Wasserseige sauber sein.

Im Besucherbergwerk sind eine Schauanlage, alte Gerätschaften, einige Förderwagen und eine Steinsammlung zu sehen. Von April bis Oktober finden sonnabends in der Zeit von 10 Uhr bis 14.30 Uhr Führungen von etwa 35 Minuten Länge statt. Kinder können ab sechs Jahren an der Führung teilnehmen.

Der Aurora Erbstollen wird vom „Bergbautraditionsverein Gewerkschaft Aurora Erbstollen e. V.“ betreut. Er legte 1989 auch einen Bergbaulehrpfad an, der an der Zechenanlage Edle Krone beginnt und entlang der Wilden Weißeritz bis zur Hosenmühle führt. Viele Tafeln informieren über Mühlen und Bergwerke.

Der Eingang zum Besucherbergwerk "Aurora Erbstollen".
Der Eingang zum Besucherbergwerk "Aurora Erbstollen". © Foto: Jörg Ludewig

Von Aurora zum Seerenteich

Der weitere Weg passiert das Restloch des Getrost Mut Erbstollens und erreicht bei einigen aufgestellten Hunten, darunter der Königsteiner Großgrubenhunt, die Fahrstraße. An der Haltestelle Abzweig Hosenmühle hält sich die Tour links und kommt zum Kirchweg, der links in Richtung Steinberg zu einer historischen Wegsäule führt. Der Wegweiser weist auf den etwa zwei Kilometer entfernten Seerenteich hin.

Seerenteich

Bei Grillenburg entspringt der Seerenbach, der vier Kilometer später in die Weißeritz mündet. Auf halber Strecke befindet sich der Seerenteich. Er diente bis 1872 zum Flößen. Bis zu zwei Meter langes Scheitholz wurde über die Weißeritz und den Weißeritzmühlgraben bis nach Dresden-Löbtau zum Floßholzhof transportiert. Heute wird der Seerenteich zur Fischzucht genutzt.

© Foto: Jörg Ludewig

Heiliger Weg zurück

Der Wanderweg quert den Damm des Seerenteiches, verläuft auf einem Pfad rechts weiter zwischen dem Seerenbach und den Eisenbahngleisen und trifft nach 30 Minuten auf den Weg, der mit grünem Strich markiert ist. Bald kreuzt der Seerentalweg den Harthaer Weg, der eine Verbindung von Kurort Hartha nach Dorfhain darstellt. Man trifft später auf den Heiligen Weg, einen alten Pilgerweg, der Höckendorf mit Grumbach verbindet. Nach 15 Minuten erreicht man wieder den Bahnhof Edle Krone.

Weitere Informationen

Die GPS-Daten der Tour können hier heruntergeladen werden.

© Foto: SB Geobasisinformation u. Vermessung Sachsen