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Wo es Jobs für Rückkehrer gibt

Die Messe „wiederda“ hielt am Freitag vielfältige Angebote bereit für Menschen, die es wieder in die Heimat zieht. Hier werden sie erwartet.

Von Carmen Schumann
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Auf der Rückkehrer-Messe „wiederda“ im BSZ Wirtschaft und Technik kamen Martin Schierak (l.) und Claudia Hansch mit Ontex-Werkleiter Ulrich Merzbach ins Gespräch.
Auf der Rückkehrer-Messe „wiederda“ im BSZ Wirtschaft und Technik kamen Martin Schierak (l.) und Claudia Hansch mit Ontex-Werkleiter Ulrich Merzbach ins Gespräch. © Carmen Schumann

Bautzen. Seit einem Vierteljahr sind Martin Schierak und Claudia Hansch wieder zurück in der Oberlausitz. Das junge Paar lebte etliche Jahre in der Schweiz. Doch nun ist seit neun Monaten der kleine Georg da. Der Junge soll nach dem Willen seiner Eltern in einem sorbischen Umfeld aufwachsen und natürlich auch die Sprache lernen. Noch ist Claudia Hansch in der Elternzeit. Doch die Rückkehrermesse „wiederda“, die das Landratsamt am Freitag organisiert hatte, schien ihr eine gute Gelegenheit, sich nach einem passenden beruflichen Wiedereinstieg umzusehen. Sie ist Bürokauffrau und hielt am Ende mehrere Angebote in den Händen. Unter anderem hatte sie sich bei „Ontex“ Großpostwitz umgehört, wo nicht nur Produktionsarbeiter, sondern auch kaufmännisches Personal gesucht wird. Ihr Lebensgefährte Martin Schierak, der von Beruf Kraftfahrer ist, macht mit einer Idee weiter, die er schon in der Schweiz erfolgreich getestet hat: Er ist als selbstständiger Kraftfahrer unterwegs, der bei Bedarf angemietet werden kann.

Die Rückkehrerbörse „wiederda“ veranstaltete das Landratsamt bereits zum sechsten Mal. Wie Organisatorin Andrea Prager von der Wirtschaftsförderung des Landkreises sagt, soll Menschen, die in der Weihnachtszeit ihre Familien in der Heimat besuchen, die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten aufgezeigt werden, die sich hier bieten. 66 Aussteller nutzten die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Am Ende werden rund 450 Besucher gezählt.

Positiv stimmende Gespräche

Carsten Ries möchte unbedingt vom Erzgebirge in die Oberlausitz wechseln, der Liebe wegen. Der gebürtige Gelsenkirchener lebt seit 2003 im Osten und ist in der Qualitätssicherung tätig. Auf der Rückkehrermesse erhielt er mindestens drei bedenkenswerte Angebote, nämlich von der Firma Schoplast Bischofswerda, von Lehmann Präzisionswerkzeuge Göda und von der Kamenzer Firma Accumotive. Deren Fachkräftebedarf ist sehr groß, wie Personalleiterin Antje Römer-Graf sagt. Da es aber das Berufsbild des Batteriebauers gar nicht gibt, werden Interessenten durch den Betrieb entsprechend geschult. „Die Entwicklungschancen sind bei uns sehr gut“, betont die Personalchefin.

Die Firma Kranlogistik ist das erste Mal auf der Rückkehrerbörse vertreten. Auch sie hat ein Berufsbild zu bieten, das – im Gegensatz zu früheren Zeiten – nicht mehr ausgebildet wird. Wie der Bautzener Niederlassungsleiter Stefan Baldovski sagt, werden dringend Fahrer für Autokräne sowie Kraftfahrer für Schwertransporte gesucht. Der Niederlassungsleiter ist vorsichtig optimistisch, denn man habe einige sehr positiv stimmende Gespräche geführt.

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Die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft ist ebenfalls erstmals auf der Messe vertreten. Geschäftsführerin Kirsten Schönherr ist der Ansicht, dass den potenziellen Rückkehrern auch adäquater Wohnraum angeboten werden muss. Deshalb wies sie an ihrem Stand auf ihre Neubauprojekte hin. Falko Glück von der Wohnungsgenosssenschaft „Aufbau“ schließt sich dem an. Er hat neben ansprechendem Wohnraum auch eine Stelle als Immobilienkaufmann zu vergeben. Kerstin Otto vom Evangelischen Schulverein wirbt mit Stellen für Lehrer, Erzieher und technische Kräfte. Ihrer Ansicht nach sollten künftig noch mehr Anbieter wie Kitas oder Hausärzte vertreten sein, damit es für Rückkehrer ein „Gesamtpaket“ ergibt.

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