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Wo geht’s ins Grüne?

Eine neue App weist den kürzesten Weg zum nächsten Park. Auch Dresdens Grün ist dort drin.

Ein Bild aus Spätsommer-Tagen: der Kaitzbach im Großen Garten. Doch auch bei herbstlichem Bunt oder im blätterlosen Winter soll die App „meinGrün“ künftig beim Erkunden von Parkanlagen helfen. © René Meinig

Wenn die Sonne scheint, zieht es die Menschen ins Grüne. Doch was tun, wenn der Garten am Haus fehlt oder der nächste Wald für einen kurzen Spaziergang zu weit entfernt ist? Parks oder Spielplätze sind dann beliebte Ausflugsziele. Doch nicht jeder kennt wirklich jede Grünfläche in seiner Stadt, die einen Besuch lohnen würde. Dresden ist jetzt Teil einer Initiative, die den Bürgern in Zukunft genau dieses Wissen ermöglichen will. Im Projekt „meinGrün“ soll bis zum April 2021 eine App fürs Smartphone entstehen, die Nutzern direkt den kürzesten Weg zum nächsten Grün weist.

Das Grün ist wichtig. Gerade in Zeiten, in denen viele Städte immer weiter wachsen, sind Bäume oder Wiesen essenziell für das Stadtklima. Aber sie sind auch ein guter Ort für Entspannung. Am 1. November ist „meinGrün“ gestartet. Die Koordination von insgesamt sieben Projektpartnern hat das Dresdner Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) übernommen. Beteiligt ist unter anderem auch das Institut für Kartographie der TU Dresden. Neben der sächsischen Landeshauptstadt ist Heidelberg als Pilotstadt für das Projekt vorgesehen. Denn nach 2021 soll die Smartphone-Anwendung auch auf andere Städte übertragen werden.

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Wer suchet, der findet: DRESDNER OSTERN

Die DRESDNER OSTERN findet zum 26. Mal statt und verzaubert an vier Tagen mit Blumen und Blüten alle, die Lust auf Frühling haben. 

Mit der App können Nutzer in Zukunft schnell herausfinden, welche Grünflächen sich in ihrer Umgebung befinden und welche am besten zu ihren Wünschen passen. Eltern mit Kindern können so schnell den geeigneten Spielplatz in der Nähe finden, Jugendliche die Grünfläche mit Skaterbahn, Ältere den Park mit ausreichend Bänken. Auch den Weg zu den Grünflächen wird die App weisen den persönlichen Wünschen entsprechend zum Beispiel besonders ruhig und grün.

Die Anwender wiederum können das kleine Programm auf dem Handy künftig nutzen, um selbst Informationen zu den grünen Orten hinzuzufügen. Mängel und Wünsche lassen sich ebenso erfassen wie positive Merkmale. Diese Bewertung durch die Nutzer soll es Kommunen leichter machen, Grünflächen, aber auch das Fuß- und Radwegenetz so weiterzuentwickeln, wie es sich die Bürger wünschen.

Damit das funktioniert, liegt nun aber erst einmal eine Menge Arbeit vor den Projektpartnern. Sie werden in den nächsten Jahren untersuchen und testen, wie sich verschiedene Daten kombinieren und zu einer bisher nicht gekannten Informationsfülle rund um das Thema Grünflächen in Städten verdichten lassen. Die Forscher wollen dafür offene Geodaten der Verwaltung mit neuesten Fernerkundungsdaten aus dem Raumfahrtprogramm Copernicus kombinieren. Hinzu kommen Daten von Nutzern, wie sie etwa der Kartendienst Open-Street-Map oder Social-Media-Kanäle wie Twitter oder Instagram liefern. Die Wissenschaftler des IÖR werden sich dafür genau anschauen, welche Schnittstellen zwischen den verschiedenen Datendiensten notwendig sind, damit am Ende ein Gesamtbild entstehen kann. Es gilt also, innovative Methoden zu entwickeln, um die Daten zu gewinnen, zu analysieren und zu strukturieren.

Das Projekt wird über eine Initiative des Bundesverkehrsministeriums gefördert, die sich mit digitalen datenbasierten Anwendungen für die Mobilität der Zukunft befasst. (jam)

www.meingruen.ioer.info