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Wo Harthas 55 Millionen Euro stecken

Die Verwaltung hat bei einer Großinventur gezählt und gerechnet. Am meisten wert sind die Straßen.

© André Braun

Von Sylvia Jentzsch

Hartha. Es war ein riesiger Aufwand für die Kämmerei – doch nun steht die sogenannte Eröffnungsbilanz für Hartha. Im umfangreichen Papier sind alle Werte der Kommune von der Straße bis hin zur Schultafel aufgelistet. Einen kleinen Teil der Erfassung hat ein Ingenieurbüro übernommen. Dabei handelte es sich um die Aufnahme von Straßen. Doch das Meiste der großen Inventur des Stadtvermögens stemmten die Mitarbeiter des Rathauses zusätzlich zu ihren täglichen Aufgaben. Alles über einem Anschaffungswert von 100 Euro musste aufgelistet werden.

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Die Schulen haben einen Wert von knapp zwei Millionen Euro.
Die Schulen haben einen Wert von knapp zwei Millionen Euro. © André Braun
Auch der Wert der Wälder wurde ermittelt. Das sind 655000 Euro.
Auch der Wert der Wälder wurde ermittelt. Das sind 655000 Euro. © André Braun

Dabei haben die Kämmerin und ihr Team nicht bei Null angefangen. „Wir haben schon 1995 mit der Anlagenbuchhaltung begonnen und Abschreibungen ausgewiesen. Das hat uns geholfen“, sagte Barbara Müller. Außerdem konnten die Mitarbeiter auf eine ordentliche Dokumention der Baumaßnahmen zurückgreifen. Ab 1993 seien noch alle Belege vorhanden gewesen, so die Kämmerin. Das habe die Arbeit etwas erleichtert. Viele Straßen seien seit 1990 neu gebaut worden oder hätten eine Oberflächenbehandlung erhalten. „So konnten wir aus den Unterlagen die Flächen errechnen, die Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie die Höhe der Förderung ermitteln“, sagte Barbara Müller.

Die Bilanz bildet die Grundlage der seit 2013 in Sachsen geforderten doppischen Haushaltsführung und Jahresabschlüsse. Kämmerin Barbara Müller stellte die Eröffnungsbilanz bei der jüngsten Ratssitzung vor. Insgesamt wurden bis zum Jahr 2013 Fördergelder in Höhe von 15,4 Millionen beantragt und verbaut, die im Zahlenwerk des Anlagevermögens erfasst sind. Nicht dazu zählen die Förderung des Umbaus des Gymnasiums, weil es jetzt dem Landkreis gehört, und die der Hartharena, die zum Kultur- und Sportbetrieb gehört. Außerdem wurden schon Abschreibungen gegengerechnet. Laut der Bilanz besitzt die Stadt Hartha ein Vermögen im Wert von insgesamt etwa 55,1 Millionen Euro. Das meiste davon ist langfristig gebunden, erklärt Barbara Müller. So macht das sogenannte Anlagevermögen etwas mehr als 53 Millionen Euro aus. Dazu gehören einerseits die Straßen, Plätze und Grundstücke der Gemeinde und andererseits die Gebäude sowie das Inventar von Schulen und Kitas.

Insgesamt ist für die Pestalozzischule und die Gersdorfer Grundschule ein Wert von 1,964 Millionen Euro ermittelt worden – Stand 2013. Hinzu kommt der Sportplatz in Gersdorf mit 159 000 Euro. Die Verwaltungsgebäude und der Ersatzneubau der Feuerwehr stehen mit 1,24 Millionen Euro zu Buche. Noch nicht eingerechnet ist dabei die Sanierung des Rathauses und des Nebengebäudes. Das sind aber noch einmal 1,4 Millionen Euro. Die werden noch eingearbeitet, da der Abschluss der Sanierung erst 2014 erfolgte. Denn die sogenannte Eröffnungsbilanz, in der alle Daten bis 2013 erfasst sind, ist sozusagen der Grundstein. Nun müssen die Zahlen aus den Folgejahren noch nachgetragen und die aktuellen ergänzt werden.

Bewertet wurden aber auch Flächen, die der Stadt gehören. Das sind zum Beispiel Gartenanlagen, die einen Wert von 179 000 Euro haben oder Wald, der mit 655 000 Euro zu Buche steht. Dabei handelt es sich zum Beispiel um einen Teil der Fröhne, das Wäldchen, der Sternwartenwald, Wälder in den Ortsteilen oder an der Umgehungsstraße. Unverbautes Grünland hat die Stadt Hartha im Wert von 2,13 Millionen Euro. Für die Maschinen, technischen Anlagen und Fahrzeuge, die vor allem zum Bauhof gehören, wurden mehr als 711 000 Euro ermittelt.

Ein weiterer Posten ist das Umlaufvermögen. Dazu gehören zum Beispiel Vorräte wie Streusalz oder Grundstücke, die zum Verkauf angeboten werden sollen. Mehr als 1,9 Millionen Euro des Vermögens gelten als kurzfristig gebunden, wozu vor allem die liquiden Mittel von Hartha in Höhe von etwas mehr 670 000 Euro gehören. Darüber hinaus seien in der Eröffnungsbilanz auch alle Verbindlichkeiten aufgelistet, wie beispielsweise die Kredite in Höhe von 7,37 Millionen Euro (Stand 2013). Diese mussten unter anderem für die Sanierung des Gymnasiums und den Bau der Gewerbegebietsanbindungsstraße aufgenommen werden.