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Döbeln

Wo Hasen Räder unter den Pfoten haben

Im August flitzen Seifenkisten durch Großsteinbach. Viele sind Marke Eigenbau und manche anfangs ganz anders gedacht.

© - Dietmar Thomas

Döbeln. Eigentlich habe er keine Ausdauer meint Leon Nitsche. Trotzdem baut der Elfjährige mit seinem Vater Mirko Heese bereits seit einem Monat an einer Seifenkiste. Die hat während dieser Zeit schon mal die Form gewechselt.

„Ursprünglich sollte es ein Auto werden“, sagt Leon. Aber das war der Familie aus Geleitshäuser dann doch nicht kreativ genug. „Leons Spitzname ist Zwerg und er besitzt ein Zwergkaninchen“, erzählt Mutter Madlen Heese, weshalb die erste schon sichtbare Seitenwand, die Form eines Hasen hat.

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Nicht nur für Leon, auch für Mirko Heese ist es die erste Seifenkiste, die er baut und „learning by doing‘ “, meint der Vater. Der hat aber bei der Grundkonstruktion schon an einiges gedacht. Räder, Sitz, Lenkrad und Bremse stammen unverkennbar von einem Tretauto. „Gerade die Lenkung und die Bremse müssen bestimmten Vorschriften entsprechen. Und beim Tretauto sind sie ja schon geprüft“, meint er.

An dem Aufbau der Seifenkiste wollen Leon und sein Vater noch ein wenig feilen, bevor sie farblich gestaltet wird. In jedem Fall soll das Gefährt noch einen Stummelschwanz bekommen. Und vielleicht wird der Plüschhase, der als Gestaltungsvorlage dient, zur Kühlerfigur. Und wenn Leon am 31. August beim zweiten Seifenkistenrennen der Stadtwerke Döbeln an den Start geht, wird er auch passend zu seinem Gefährt gekleidet sein. Mehr will er noch nicht verraten.

Rund 1 100 Meter lang ist die Strecke, die die Fahrer von der Bäckerei bis zum Teich hinuntersausen. „Gestartet wird in fünf Klassen – zwei für Kinder, eine für Jugendliche, eine für Erwachsene und eine offene Rennklasse für regelmäßige Seifenkistenfahrer“, erklärt Sebastian Gasch, Pressesprecher der Stadtwerke. Außerdem ist ein Bobby-Car-Rennen mit einer verkürzten Strecke geplant. Dafür können sich Interessierte beim Kinderlandhaus Pepp in Großsteinbach anmelden.

Neu ist in diesem Jahr der Publikumspreis für die kreativste Seifenkiste und das schönste Fahrerkostüm. Bereits im vergangenen Jahr, als 49 Starter mit 40 Seifenkisten auf die Strecke gingen, waren einige der Fahrer verkleidet.

In diesem Jahr werde es mehr Streckenposten geben, sodass sie auch Sichtkontakt zueinander haben. Außerdem werde die Technik optimiert. „Es ist ein hoher logistischer Aufwand, die Cars vom Ziel wieder nach oben an den Start zu bringen“, sagt der Geschäftsführer der Stadtwerke Gunnar Fehnle.

Riskante Stelle an der Strecke werden mit Stroh gesichert. Trotzdem mahnen die Organisatoren: „Wer sich in die Seifenkiste setzt, sollte auch fahren können.“ Denn Kinder erreichen um die 20 Kilometer pro Stunde, Erwachsen 30 bis 40 und Profis bis zu 60. Eine Messtafel soll diesmal den Schnellsten ermitteln.

Das Seifenkistenrennen soll zu einem kleinen Volksfest werden, an dessen Gestaltung sich auch viele Einwohner von Großsteinbach beteiligen. Möglicherweise ist das aber erst der Anfang. Denn bereits nach dem ersten Rennen habe es Anfragen gegeben, ob Großsteinbach auch Austragungsort für die Mitteldeutsche Meisterschaft werden könnte. „Damit müsste auch das Dorf einverstanden sein“, so Fehnle. Denn bei einem solchen Rennen gehen innerhalb von zwei Tagen 120 Fahrer an den Start. Das heißt, es müsste eine Fläche für einen kleinen Zeltplatz zur Verfügung stehen. „Vorerst backen wir aber kleine Brötchen“, meint Fehnle im übertragenen Sinn.

Weitere Infos und Anmeldungen unter www.stadtwerke-doebeln.de