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Wo ist das Notstromaggregat?

Wegen besonders schweren Diebstahls stand ein Pärchen aus Hartha vor Gericht. Das stellte das Verfahren ein.

© Symbolfoto: dpa

Von Helene Krause

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Döbeln. Eine 45-jährige Frau und ihr 37-jähriger Freund sollen im Juni 2017 in eine Garage im Garagenkomplex an der Aschershainer Straße in Hartha eingebrochen sein und dort ein Notstromaggregat gestohlen haben. Um in das Objekt zu gelangen, brachen sie das Türschloss auf. Wegen der Tat stand das Pärchen, das in Hartha wohnt, jetzt vorm Amtsgericht Döbeln. Vorgeworfen wurde den beiden Angeklagten besonders schwerer Diebstahl.

Die Garage hatte der Noch-Ehemann der 45-Jährigen gemietet. Sie war es jedoch, die jahrelang die Miete zahlte. Weil die Frau nach ihrem Auszug aus der ehelichen Wohnung die Mietzahlungen einstellte und auch ihr Noch-Ehemann nicht zahlte, wollte der Vermieter die Garage zwangsräumen lassen. „Er sprach mich auf der Straße an“, schilderte die Angeklagte. „Ich sagte ihm, dass ich mit meinem Mann über die Miete reden will.“ Das tat sie. Allerdings erhielt der Vermieter weiterhin keine Miete. Die Angeklagte und ihr Noch-Ehemann leben getrennt. Beide fechten zurzeit einen Scheidungskrieg aus.

Verschiedene Angaben zum Wert

Dass sie und ihr Freund das Torschloss aufgebrochen haben und in der Garage waren, gestand die Beschuldigte gleich zu Beginn der Verhandlung. Dass es sich dabei um einen Einbruch handelte, bestritt sie jedoch. Weil sie die Miete bezahlte, ging die Frau davon aus, dass sie das Recht hätte, die Garage zu betreten. Auch das Notstromaggregat wollen sie und der Mitangeklagte nicht gestohlen haben. „Ich habe kein Notstromaggregat gesehen“, sagte die Beschuldigte. „Ich weiß gar nicht, wie das aussieht.“

An dem Tag, an dem sie das Garagentor aufbrachen, hätten sie nichts mitgenommen. „Ich wollte nur schauen, was von meinen Sachen noch in der Garage ist“, so die Beschuldigte. Tage später wären sie und ihr Freund noch einmal in der Garage gewesen. „Wir haben nur eine Matratze, Klopapier, Handtücher und Bettwäsche mitgenommen“, sagte sie. Ihre Aussage bestätigt auch der Mitangeklagte. „Wir haben kein Notstromaggregat mitgenommen“, so der 37-Jährige.

Tage nach dem mutmaßlichen Einbruch erfuhren der Noch-Ehemann und sein Bruder davon. Sie schauten in der Garage nach, ob etwas fehlte. Der Bruder vermisste das Notstromaggregat. Nach seinen Angaben soll es 150 bis 200 Euro wert gewesen sein. Er wollte, dass die Angeklagten es zurückbringen. Als die das nicht taten, erstattete er Anzeige.

Der Noch-Ehemann der Beschuldigten sagte in der Zeugenbefragung, dass er nicht weiß, ob das Notstromaggregat überhaupt in der Garage war. „Ich hatte das Gerät in Obhut“, sagte er. „Es stand erst bei mir im Keller, dann in einer Scheune, später in der Garage.“ Ob er es in der Garage gelassen hat, wusste er nicht mehr. „Das Aggregat gehörte gar nicht meinem Bruder, sondern meinem Neffen“, schildert er weiter. „Mein Bruder hatte es nur zum Reparieren.“ Auch soll das Notstromaggregat entgegen den Angaben des Bruders nur 50 Euro wert gewesen sein.

Das Gericht stellt das Verfahren ein. Wo sich das Notstromaggregat zurzeit befindet, wurde nicht geklärt.