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Wo ist der Gedenkstein hin?

Das Grabmonument von Löbaus altem Friedhof ist verschwunden. Gestohlen ist es nicht - der Altstadtverein, der sich um das Denkmal kümmert, hat Pläne damit. 

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Der Gedenkstein vom Alten Friedhof ist abtransportiert worden.
Der Gedenkstein vom Alten Friedhof ist abtransportiert worden. © Altstadtverein

Der Stein ist weg, der Sockel leer. Der Gedenkstein für Soldaten auf dem alten Löbauer Friedhof an der Straße der Jugend ist aber nicht gestohlen oder zerstört. Er wurde mit einem Laster abtransportiert nach Zittau, wo Steinmetz Roland Friebolin nun den Schriftzug restaurieren wird. Die Unterlagen dazu fand der Altstadtverein im Stadtarchiv. Damit will der Löbauer Altstadtverein einen weiteren Schritt zur Restaurierung des Grabmonuments schaffen. 

Der Verein hat bereits dafür gesorgt, dass der verwitterte Stein an seinen alten Platz auf dem Friedhof zurückgebracht wird. Er ließ ihn reinigen und das Gräberfeld darunter mit einer Einfassung versehen. Besonders ärgerlich: Zwischendurch mussten auch schon Graffiti-Schmierereien vom Stein entfernt werden. Derzeit sammelt der Altstadtverein Spenden zur weiteren Restaurierung des Monuments. 

"Es ist ein fast vergessenes Löbauer Denkmal", heißt es vom Verein. Er will, dass ihm wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Das Grabmonument wurde am 3. Juli 1868 feierlich eingeweiht, unter reger Anteilnahme der Löbauer - so ist es überliefert. Der Stein steht unmittelbar über dem Gräberfeld, wo sächsische, preußische und österreichische Soldaten begraben wurden. Sie waren im hiesigen preußischen Militärlazarett verstorben. 

Das Lazarett befand sich direkt gegenüber vom Friedhof im Gewandhaus, das Gebäude wurde umfunktioniert. Schwer verwundet waren die Soldaten 1866 von den böhmischen Schlachtfeldern bei Hradec Králové (Königgrätz), Jičín (Gitschin) und Sadová (Sadowa)  nach Löbau gekommen, um ihre Wunden auszukurieren, einige haben es nicht geschafft. Das Monument erinnert an diejenigen, die nicht überlebten. 

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