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Radeberg

Wo Kopfkissen in Handarbeit entstehen

In Wachau werden Federn geschleißt. Das kommt vor allem den Neugeborenen des Vereins Wunder-Land zugute.

Mitglieder des Vereins Wunder-Land treffen sich zum Federnschleißen. Etwa 25 Frauen und Männer waren diesmal dabei. © Bernd Goldammer

Wachau. Nach 1990 kurzzeitig aufgegeben, hat in Wachau wieder eine alte Tradition ihren festen Platz: das Federnschleißen. Dabei werden die Federn geschlachteter Gänse per Hand zu weichen Daunen verarbeitet. Das war keine Arbeit, um die sich Wachaus Frauen früher gerissen hätten. Doch die weichen Federbetten waren in den unbeheizten Schlafzimmern alter Bauernhäuser unverzichtbar.

Um diese Arbeit unterhaltsam zu machen, erfanden die Bauern einen ländlichen Brauch. Sie trafen sich nacheinander in den verschiedenen Bauernwirtschaften des Dorfes. Mit Freude an der Unterhaltung wurde Arbeit gemeinsam erledigt. Bei diesen Winterabenden wurden nicht nur Federn auf die langen Tische gebracht. Hin und wieder wurden auch die selbst gemachten Obstweine verkostet und die Rezepturen dafür ausgetauscht. Nach der Wende verlief diese Tradition im Sande. Aber nur für kurze Zeit. Zahlreiche Wachauer vermissten dieses Ritual. „Vor zwanzig Jahren haben wir das Federnschleißen dann wieder zum Leben erweckt“, erzählt Steffen Jakob der Chef des Wachauer Wunder-Land-Vereins.

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„Es ist toll, dass diese schöne Möglichkeit wieder besteht“, sagt Ursula Heller. Sie versucht, jedes Jahr dabei zu sein. „Hier werden nicht nur Federn geschleißt. Es wird auch sehr viel gelacht“, erzählt Waltraud Müller. Aus den geschlissenen feinen Daunen werden später edle Kopfkissen genäht. Sie werden den Neugeborenen der Vereinsmitglieder des Wunder Land geschenkt. Gemeinsame Freude an diesem Anlass zieht die Einwohner an. Etwa 25 Frauen und Männer waren auch diesmal dabei. Bei dieser Gelegenheit wird stets auch die aktuelle Dorfpolitik angesprochen und diskutiert.

Nächste Aktion widmet sich dem Schaf

Überhaupt pflegen die Wachauer einen engen Zusammenhalt. Die nächste gemeinsame Aktion ist schon geplant. Es wird der Wachauer Schaf-Woll-Lenz am Sonnabend, dem 11. Mai, sein. Seit mehreren Jahren findet er in der beliebten Museumsscheune in Kunaths Hof statt. Schafschur, Schafskäse, Wurstspezialitäten aus Schaffleisch, an diesem Tag sind viele Themen rund um die Schafe mitzuerleben. Höhepunkt ist ein zünftiges Schaferennen. Unter dem Scheunendach wird es eine gemeinsame Kaffeetafel mit selbstgebackenen Kuchen geben. Und auch eine Pflanzenbörse ist auch in Vorbereitung. Wer möchte, kann hier die zahlreichen alten Maschinen bestaunen. Den Kindern werden Verarbeitungstechniken der frisch geschorenen Schafwolle aufgezeigt. Einige Senioren führen diese Arbeiten vor und beantworten die Fragen der Kinder. Es wird gesponnen und gekämmt was das Zeug hält. Auch der Gersdorfer Schaf-Fleischer Gunter Fröhlich wird seinen Verkaufswagen in Kunaths Hof aufstellen.

Der Verein Wunder-Land engagiert sich seit mehr als 15 Jahren in Wachau. Er wurde damals von Familien gegründet, die von der Stadt auf das Land zogen. In einem winzigen Stall im Haus am Schlosspark Wachau fingen sie an. Da es immer mehr Mitglieder und auch Tiere wurden, zog der Verein ins Seifersdorfer Rittergut. Später konnte in Wachau eine große Halle gekauft werden. Sie ist inzwischen zur Reithalle umgebaut. Wenig später kamen die benachbarten Ställe dazu. Das Motto des Vereins lautet: Kindern und Erwachsenen das Wunder-Land nahezubringen. Für das Engagement ist der Verein 2014 als „Verein des Jahres“ in der Kategorie „Soziale Region Dresden“ ausgezeichnet worden. Der Wettbewerb wird jedes Jahr von der Ostsächsischen Sparkasse und der SZ ausgerichtet.