Wo neu und alt verschmelzen

Waldheim. Einfach fantastisch, meint Gerald Lässig. Er steht vor eine Schautafel, die drei Motive des Obermarktes zeigt. Aber eigentlich ist es immer dasselbe Bild.
Anfang des 20. Jahrhunderts muss die Postkarte ganz oben entstanden sein. Denn darauf fehlt Bergmanns Hof, der 1909 gebaut wurde. Das untere Foto ist ganz neu. Dort ist bereits die erst vor wenigen Wochen eröffnete Rossmannfiliale zu sehen. Und im mittleren Bild sind beide Motive vereint.
Die Idee, Altes mit Neuem zu vermischen hatte Matthias Löwe. Gemeinsam mit Andreas Egerland aus Döbeln hat er sie umgesetzt. Das hat einige Monate gedauert. Nicht nur der Aufwand, die Bilder passgenau zusammenzubringen war groß. Es hat auch einige Monate gedauert, bis die neuen Bilder entstanden sind. „Dazu musste Matthias Löwe nicht nur den Standort finden, von dem aus die Postkarte aufgenommen wurde. Er hat auch die Witterungsbedingung und die Vegetation beachtet“, erklärt Ingo Ließke, der durch die kleinste Ausstellung führt, die es bisher in der Galerie der François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur gab. Nur 13 Motive sind dort zu sehen.
Eigentlich waren sie für einen neuen Waldheim-Kalender bearbeitet worden. Aber deren Entstehung ist so interessant, dass sich die Macher und die Stiftung dazu entschlossen haben, sie zusätzlich in einer Ausstellung zu zeigen. Der Bahnhofsberg, das Diedenhainer Viadukt, die Förderschule, die Hohe- und die Dresdener Straße – Gerald Lässig, der immer in Waldheim gelebt hat, geht von Bild zu Bild. Jedes weckt eine andere Erinnerung. Und für das nächste Jahr wünscht er sich einen Kalender aus den alten Postkarten. (DA/rt)
Die Bilder sind bis Mitte September in der Galerie an der Schloßstraße 23 zu sehen. Bürgermeister Steffen Ernst signiert den Kalender am 3. August ab 11 Uhr bei Dierbooks.