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Wo sich alles um Ton dreht

Beim Tag der offenen Töpferei konnten Besucher auch selbst Gefäße kreieren. Wie bei Steffi Bernd in Boderitz.

© Jonny Linke

Von Jonny Linke

Elstra. In der Töpferei von Steffi Bernd im Elstraer Ortsteil Boderitz konnten die Besucher am Wochenende sich einmal selbst an der Töpferscheibe ausprobieren und unter fachmännischer Hilfe eigene Werke kreieren. Die Töpferei Bernd beteiligte sich wie viele Töpfer der Region in diesem Jahr wieder am Tag der offenen Töpferei. Interessierte haben so die Gelegenheit, den Handwerkern mal über die Schulter zu schauen. Und natürlich auch in den Läden zu stöbern. Wie bei Steffi Bernd: Ob Tassen, Teller, Krüge oder Schalen. „Eigentlich könnte man alles aufzählen, denn mit Ton und Kreativität kann man so ziemlich alles herstellen“, erzählt die 50-jährige Inhaberin Steffi Bernd. Sie hat die Töpferei von ihrer Mutter Angelika Bernd übernommen.

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Sozusagen in der zweiten Familiengeneration. „Ich bin in diesen Räumen aufgewachsen. Schon als Kind drehte sich im wahrsten Sinne des Wortes, alles um Ton. Meine Mutter hat viel Zeit und Liebe in die Arbeit und das Unternehmen gesteckt und wir Kinder waren immer dabei und haben von klein auf jeden Handgriff miterlebt und ausprobiert“, erzählt Steffi Bernd. So war es kaum verwunderlich, dass sie auch im hauseigenen Unternehmen noch zu DDR-Zeiten ihre Töpferausbildung absolviert hat. Nach dem wohlverdienten Ruhestand der Mutter, hat sie die Geschicke der Töpferei nun selbst in die Hand genommen. „Das hat mir als Kind schon Spaß gemacht, wenn man sich kreativ und vor allem handwerklich austoben konnte und jeder Gegenstand, den man entwirft, doch wieder anders ist“, erzählt die Geschäftsführerin. Ihre kreativen Ideen entwickelt sie nicht nur zuhause: „Ich liebe es, mit Kunden direkt ins Gespräch zu kommen und auch ihr Feedback zu einzelnen Werken zu erhalten. Daraus sind schon tolle Sachen entstanden, die jetzt ein großes Publikum erfreuen“, erzählt Steffi Bernd.

Wer ihr zuhört, wird direkt vom Töpferfieber infiziert. Denn sie lebt dieses Handwerk. So konnten Interessierte auch das ganze Wochenende selbst in die Rolle der Töpferin schlüpfen. Eine die das gemacht hat, war Dani Ebnet. Sie nahm in der Töpferei platz und ließ sich von Steffi Bernd und ihrer Mutter Angelika Bernd das Handwerk erklären. Schnell entschied sich Dani Ebnet für einen selbstgetöpferten Futternapf für ihre Katzen zu Hause. Nach einer kurzen Einweisung ging es los und die Töpferscheibe drehte sich. Anschließend musste Dani Ebnet gefühlvoll den noch ungeformten Tonklumpen in der Mitte der Scheibe zentrieren „Dabei brauchen wir mehr Geschwindigkeit und viel Gefühl. Wenn das nicht stimmt, eiert die Masse und das Produkt gelingt nicht gut“, so die erfahrene Töpferin. Nach einigen Versuchen hatte Dani Ebnet die Aufgabe bestanden und konnte mit speziellen Griffen den Ton mit Zeigefinger und Daumen formen. Diesmal mit geringerer Geschwindigkeit. Nach einigen weiteren Tipps war nach gut 20 Minuten ihr selbst kreierter Futternapf gefertigt. „Nun muss der Napf noch Wasser verlieren und trocknen. Danach wird er gebrannt, bemalt und glasiert und insgesamt zweimal gebrannt.“ Wenn das alles erledigt ist können die Katzen von Dani Ebnet aus dem neuen Napf fressen. „Mir hat es total Spaß gemacht, mich mal kreativ auszuleben und selbst was unter Anleitung zu erschaffen. Ich freue mich jetzt schon auf das Ergebnis. Gern würde sie die weiteren Arbeitsschritte in der Werkstatt, sofern möglich, mitverfolgen, erzählt sie . Vielleicht klappe es ja.