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Wo sind die Karpfen?

Das Wasser der Fischzucht am Weixdorfer Waldbad wurde mutwillig abgelassen. Die Frage ist, von wem und warum?

© René Meinig

Von Alexander Buchmann

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Weixdorf. Sie sollen mit einem Geländewagen gekommen und dann mit Wathosen ins Wasser gestiegen sein. Dort haben die Unbekannten die verkeilten Bretter der Staustufe entfernt und so das Wasser aus dem Fischteich am Weixdorfer Waldbad abgelassen. „Das wurde beobachtet“, erzählt Thomas Reichelt. Er ist der Pächter des Teichs und züchtet darin unter anderem Gras- und Spiegelkarpfen. 320 der Fische im Gesamtwert von etwa 5 000 Euro sind durch die Aktion verschwunden.

Dass sie von den unbekannten Tätern aus dem Wasser geholt und gestohlen wurden, hält Reichelt für unwahrscheinlich. „Beim Abfischen sind nie alle Fische raus und es verenden auch welche“, sagt er. Tote Fische sind allerdings nicht gefunden worden. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass die Tiere mit dem Wasser in andere Teiche gespült worden sind. Für Thomas Reichelt ist das ein Problem. Denn er muss nun neue Satz- und Jungfische zukaufen und in den Teich setzen. Bei den verschwundenen Tieren handelt es sich nämlich um Exemplare, die beim Abfischen im Herbst bewusst im Teich verblieben sind, weil sie laichen oder noch wachsen sollen. „Graskarpfen brauchen fünf bis sechs Jahre“, erklärt Reichelt. Weil sie nach dem Abfischen wieder in den Teich gesetzt wurden, weiß der Fischzüchter auch genau, wie viele Tiere fehlen. Ohnehin befindet sich nur ein geringer Besatz in dem Gewässer, wie Reichelt erklärt. Die Fische dienen nämlich der Wasserpflege im Waldbad. Wären es zu viele, würde die Wasserqualität leiden.

Weil die möglichen Täter beobachtet worden sind, hofft Fischhändler Reichelt, dass die Polizei sie schnappt. Die ermittelt seit Montag wegen Diebstahls. „Fakt ist, dass die Staustufe geöffnet wurde und der Teich abgelaufen ist“, erklärt Marko Laske von der Dresdner Polizei gegenüber der SZ. Zu welchem Zweck das gemacht wurde, ist aber ebenso offen wie der Verbleib der Fische. Dieser ist für die Polizei außerdem nur schwer festzustellen. „Wir stehen in Kontakt mit dem Pächter“, sagt Laske. Weil der Verdacht besteht, dass die Tiere aus dem See geholt worden sind, wird aktuell wegen Diebstahls ermittelt.