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Wo spielt Schiebock nach dem Aufstieg?

Der Bischofswerdaer Fußballverein will in die Regionalliga. Doch keiner der zwei Rasenplätze ist für die höhere Spielklasse tauglich.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

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Bischofswerda. Erfolg kann auch Probleme bereiten. Die erste Mannschaft des BFV 08 gilt als Favorit für den Aufstieg von der Oberliga in die Regionalliga. Allerdings sind weder die Volksbank-Arena am Schmöllner Weg noch das Stadion im Wesenitzsportpark zurzeit tauglich für die vierthöchste Spielklasse. Zumindest einer der beiden Plätze muss nachgerüstet werden.

Bei einer Begehung der Volksbank-Arena im Herbst vergangenen Jahres haben Vertreter des Nordostdeutschen Fußballverbandes die Aufgaben benannt: 200 Sitzplätze müssen überdacht, die Flutlichtanlage mit acht Masten auf fernsehtaugliche 400 Lux umgestellt werden, sagte Vereinspräsident Jürgen Neumann. Rasenplatz und Auslauf müssen räumlich erweitert und die Gästetribüne an der Straße zur Kampfbahn sicherheitstechnisch ertüchtigt werden. Hinzu kommt: Der über 30 Jahre alte Rasen ist verschlissen und nur einige Monate im Jahr, von Mai bis Oktober, bespielbar. Auch er muss erneuert werden.

Der BFV 08 hat eine fertige Planung, einschließlich einer Kostenberechnung. 770 000 Euro sind demnach erforderlich, um die Kampfbahn regionalligatauglich zu machen. Ein Großteil des Geldes soll aus Fördertöpfen kommen. Seit einem Gespräch des Vereinspräsidenten mit Vertretern der Sächsischen Aufbaubank in der vergangenen Woche ist jedoch klar: In diesem Jahr wird der Umbau der Volksbank-Arena nicht mehr beginnen. Denn Förderantrage müssen bis zum 30. September eines jeden Jahres eingereicht werden. Jürgen Neumann sieht darin sogar etwas Positives: Es gebe Signale, dass das Förderprogramm geändert wird. Statt wie bisher kalkuliert 30 Prozent stünden im nächsten Jahr möglicherweise 50 Prozent Förderung in Aussicht, sagt er. Einen Rechtsanspruch darauf gibt es allerdings nicht.

Hoffnung auf städtischen Zuschuss
100 000 Euro will der BFV an Sponsoren- und Eigenleistungen erbringen. Hinzu- kommt ein fünfstelliger Betrag an Mehrwertsteuerrückzahlungen. Die Kalkulation des Vereins sieht außerdem einen Zuschuss von 100 000 Euro seitens der Stadt als Eigentümerin der Sportanlage und eine Förderung über den Landkreis vor. Der Rest soll über Kredit finanziert werden, wobei die Präsidiumsmitglieder und die Stadt anteilig eine Bürgschaft übernehmen sollen.

Stadtrat und -verwaltung beraten zurzeit, inwiefern man dieses Konzept einschließlich dem Wunsch nach einem Erbbaupachtvertrag mittragen kann. Noch ist man dabei, sich in den Stadtratfraktionen eine Meinung zu bilden. „Uns liegen noch nicht alle Informationen vor, um eine Entscheidung treffen zu können“, sagte Dr. Bernd Grüber, Vorsitzender der CDU/FDP-Fraktion, Mitte vergangener Woche. Doch klar ist aus seiner Sicht: Die Stadt müsse auf einem der beiden Rasenplätze die Voraussetzungen schaffen, „damit der BFV 08 in Bischofswerda in der höheren Klasse spielen kann“. Bedenken äußert Bernd Grüber gegen die gewünschte Bürgschaft der Stadt: Das sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich, sagt er. Ähnlich sieht es Hans-Jürgen Stöber (Die Linke): „Mit einem städtischen Zuschuss kann ich mitgehen, bei der Bürgschaft habe ich Bauchschmerzen.“ Die SPD-Fraktion verweigere sich nicht der Unterstützung für den BFV, sagt deren Vorsitzende Aniko Heinze. Ein möglicher Zuschuss dürfe aber nicht zu Lasten anderer Projekte gehen. Zudem müsse man auf Ausgewogenheit bei der Förderung der Vereine in der Stadt achten. In ähnlichem Sinne äußerte sich Stefan Läsker, Stadtrat von Bürger für Bischofswerda. Er verweist zum Beispiel darauf, dass die Handballer in der Wesenitzsporthalle nicht mal mehr die elektronische Anzeige nutzen können, weil sie defekt ist.

Plan B des BFV für den Regionalligastart sieht vor, das Stadion im Wesenitzsportpark aufzurüsten. Hierbei geht der Verein von Kosten in Höhe von 100 000 Euro aus, unter anderem um den Zaun im Stadion teilweise neu zu bauen, teilweise ihn auf 2,20 Meter zu erhöhen. Der Rasenplatz, der mit der Sanierung des Stadions vor gut drei Jahren erneuert wurde, müsste nachgebessert werden – dem Vernehmen nach ein möglicher Fall von Gewährleistung, zu dem ein rechtliches Verfahren läuft. Momentan ist der Rasenplatz gesperrt. Eine Lösung wäre deshalb nicht nur im Sinne des BFV, sondern auch des Schulsports.

Bis zum Start der Fußballsaison 2018/19 im August sind nur noch fünf Monate Zeit. Gelingt es nicht, das Platzproblem bis dahin zu lösen, wäre die Bautzener Müllerwiese als Austragungsort für die BFV-Heimspiele eine Option, zumindest für die ersten Spiele, sagt BFV-Präsident Jürgen Neumann. Die Stadt müsse sich zu einem Aufstieg bekennen, fordert er – und umreißt die Vorteile für Bischofswerda: Aller zwei Wochen wäre die Stadt im Fernsehen. Mit der höheren Spielklasse kämen mehr Gäste in die Stadt, wovon beispielsweise die Gastronomie profitieren könnte. „Fußball ist bestes Marketing für die Stadt“, sagt er.