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Politik

Wo stehen wir in Sachen CO2-Ausstoß?

Sollen doch erstmal die größten Klimasünder was tun - Deutschland allein könne dem Klimawandel kaum etwas entgegenstellen, heißt es oft. Stimmt das?

Eine Krähe fliegt kurz nach Sonnenaufgang am Kronsberg, während am Horizont Dampf vom Kohlekraftwerk Mehrum im Landkreis Peine aufsteigt.
Eine Krähe fliegt kurz nach Sonnenaufgang am Kronsberg, während am Horizont Dampf vom Kohlekraftwerk Mehrum im Landkreis Peine aufsteigt. © Julian Stratenschulte/dpa

Von Katja Räther

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Berlin. Greta Thunberg kennt das: Politiker, die auf die Verantwortung anderer verweisen. Im US-Kongress hat sie in dieser Woche den Abgeordneten deutlich gemacht: "Das ist das gleiche Argument, das auch gegen Euch verwendet wird." Jeder müsse aktiv werden, um die Klimakatastrophe noch abzuwenden. Diese Logik gilt wohl auch für Deutschland. Wo stehen wir hierzulande in Sachen CO2-Ausstoß? Ein Faktencheck:

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Die Behauptung:

Deutschland hat als einzelnes Land einen geringen Anteil an den weltweit ausgestoßenen klimaschädlichen Emissionen. Es kann mit nationalen Maßnahmen die menschengemachte Erderwärmung also nur wenig eindämmen.

Die Fakten:

Tatsächlich wird in Deutschland etwa ein Fünfzigstel der energiebedingten weltweiten CO2-Emissionen ausgestoßen - die für 2018 vorliegenden Zahlen beziffern den deutschen Anteil auf 2,1 Prozent. Für das Jahr 2016 kam die Internationale Energie Agentur IEA zum gleichen Ergebnis.

Was auf den ersten Blick als sehr kleiner Anteil erscheint, ist genauer betrachtet aber erheblich: Im internationalen Vergleich liegt Deutschland auf Platz 6 der größten CO2-Emittenten, wie eine Studie des britischen Mineralölkonzerns BP für das Jahr 2018 belegt.

Im weltweiten Durchschnitt stößt jeder Erdenbürger pro Jahr rund fünf Tonnen Kohlendioxid aus - in Deutschland jedoch sind es nach Berechnungen des Forschungsverbunds Global Carbon Project pro Kopf der Bevölkerung 9,7 Tonnen, also fast doppelt so viel. Jeder Chinese trug durchschnittlich 7 Tonnen CO2 zum Klimawandel bei, jeder US-Bürger 16 Tonnen.

Zur zahlenmäßigen Betrachtung kommen politische Faktoren hinzu: Deutschland hat in den Staatengruppen G7 und G20 erheblichen Einfluss. Bei den Vereinten Nationen bestimmt Berlin derzeit im Sicherheitsrat die Geschicke der Welt mit. Und nicht zuletzt trägt Deutschland auch in der Europäischen Union erhebliche Mitverantwortung - und damit für rund ein Zehntel der energiebedingten weltweiten CO2-Emissionen. Angesichts dieser Faktoren kommt Deutschland auch beim Klimaschutz eine Vorreiterrolle zu, andere Länder könnten nachziehen. (dpa)