Merken

Wo wächst Liegaus neue Turnhalle?

Die Standortsuche ist auf der Zielgeraden. Auch eine neue Schule ist ein Thema.

Teilen
Folgen
© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Liegau. Die Mitarbeiter des Radeberger Architekturbüros Dauphin waren auch über die Weihnachtstage fleißig. „Wir haben intensiv an der Standortsuche für die neue Sporthalle im Ortsteil Liegau – und an einem möglichen Standort für eine neue Schule gearbeitet“, beschreibt Architekt Detlev Dauphin.

In Liegau-Augustusbad könnte ja bekanntlich in den nächsten Jahren ein Pilotprojekt starten, das die staatliche Grundschule und die freie Förderschule für geistig Behinderte im Epilepsiezentrum Kleinwachau zu einer neuen Schule vereinigt. Wobei allen Seiten klar ist, dass natürlich auch in einer solchen Schule dann nicht jeder Unterricht gemeinsam erfolgen kann. Aber das Ganze könnte dennoch ein Schritt hin zu wirklicher Inklusion sein, die ja immer wieder gefordert wird. Und das Ganze zum einen der „normalen“ Grundschule helfen, die ja in einem weit über hundert Jahre alten Bau untergebracht ist, „der keine wirkliche räumliche Entwicklung mehr zulässt“, wie Liegaus Ortsvorsteher Gabor Kühnapfel (SPD) regelmäßig erklärt, wenn es um das Thema geht.

Vorteil auch für die Förderschule

Zum anderen würde das Ganze auch der Förderschule helfen, deren Zukunft nicht sicher ist, weil derzeit niemand weiß, wie lange es Förderschulen überhaupt noch geben wird, wie Martin Wallmann in der Debatte ins Feld führt, der Chef des Epilepsiezentrums. „Das Projekt würde also helfen, einen dauerhaft sicheren Grundschulstandort in Liegau zu schaffen, es würde sowohl die Grundschüler als auch die Förderschüler voranbringen – denn nicht zuletzt wird soziale Bildung immer wichtiger“, ist auch Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD) überzeugt – der sich ja bekanntlich regelmäßig zu seiner Begeisterung für diese Idee bekennt. Wobei er ebenso regelmäßig klarstellt, „dass wir natürlich auch bei diesem Projekt zunächst noch eine breite Diskussion anschieben werden!“

Zunächst geht es aber erst mal vor allem um den Bau einer Turnhalle im Ortsteil. Denn die Grundschüler können nicht mehr wie bisher die Sporthalle der Ludwig-Richter-Schule nutzen, die von den Oberschülern voll ausgelastet ist. Im Sportraum der Kita in Liegau sind nicht alle im Lehrplan vorgesehenen Übungen möglich, eine Außenanlage gibt es derzeit auch noch nicht. „Aber wir werden Möglichkeiten finden“, verspricht der OB.

Standortsuche am Epilepsiezentrum

Die Nutzung der entstehenden neuen Hallen in Ullersdorf oder Großerkmannsdorf sei mit Hilfe von Bustransfers ebenso denkbar, wie das vorübergehende Ausweichen in die kleine Halle des Radeberger SV im Stadion-Areal an der Schillerstraße in der Radeberger Südvorstadt. Bis in Liegau dann eine neue Halle steht. Und die dürfte wohl durchaus sicher kommen – und dann ebenfalls gemeinsam von Epilepsiezentrum und Grundschule genutzt werden. Weswegen ein Standort auf dem Areal der Einrichtung entlang der Wachauer Straße gesucht wird. Und den Auftrag dazu hatte das Epilepsiezentrum jüngst dem Architekturbüro Dauphin übertragen.

Die Studie ist dabei auf der Zielgeraden, sagt Architekt Detlev Dauphin. „Nun stellen wir zunächst den Verantwortlichen die Möglichkeiten vor“, fügt er an. Dann wird auch über mögliche Kosten des Projekts geredet. Im Anschluss wird dann natürlich auch öffentlich zunächst einmal über eine neue Turnhalle – und im zweiten Schritt wohl auch über eine Schule – diskutiert werden. Einen konkreten Zeitplan gibt es im Moment aber noch nicht. Allerdings drängt die Zeit zumindest beim Thema Schulsport.