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Bautzen

Rammenau bekommt Erlebniswanderweg

Am Dorfbach entsteht eine neue Route - mit Sportgeräten, Spielplätzen und Erholungsinseln. Auch dem berühmtesten Sohn des Ortes kann man begegnen.

In Rammenau weisen liebevoll gestaltete Schilder Einheimischen und Besuchern den Weg - wie hier am Huldaplatz. Bald kommen neue hinzu, denn die Gemeinde legt einen neuen Wanderweg an.
In Rammenau weisen liebevoll gestaltete Schilder Einheimischen und Besuchern den Weg - wie hier am Huldaplatz. Bald kommen neue hinzu, denn die Gemeinde legt einen neuen Wanderweg an. © Steffen Unger

Rammenau.  Wandern liegt im Trend. Dazu muss man keine Statistiken lesen, sondern einfach in die Natur vor der Haustür schauen. Auch durch Rammenau sind nicht nur an Wochenenden etliche Wanderer und Radfahrer unterwegs. Deshalb will die Gemeinde jetzt einen besonderen Wanderweg schaffen, der entlang der Gruna – dem Rammenauer Dorfbach – führen soll. 

100.000 Euro EU-Fördermittel aus dem Leader-Programm bekam die Gemeinde für ihr Vorhaben bewilligt, dazu kommen noch 25.000 Euro als Eigenenteil aus der Gemeindekasse, so Bürgermeister Andreas Langhammer. Geplant ist eine geführte Route, vorbei an den zu Beginn des 17. Jahrhunderts angelegten Teichen – Ober-, Nieder- und Waldscheibenteich – die sowohl für Radler als auch Wanderer interessant ist und Körper sowie Geist gleichermaßen ansprechen soll. 

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Anregung zum Aktiv sein

Der Wanderweg soll die Rammenauer und ihre Gäste animieren, sich auch aktiv zu betätigen. Dafür wird es am Wegesrand neben diversen Infotafeln und Erhohlungsinseln mit Sitzgruppen beispielsweise auch mit Sonnensegel beschattete Spielplätze für Kinder geben und alltagstaugliche Outdoor-Geräte für die ganze Familie, mit denen sich Balance und Koordination trainieren lässt. Bereits bestehende Sitzgelegenheiten oder Wegweiser will man in die Gestaltung integrieren.

Der Bootssteg am Oberteich wird nicht nur saniert, sondern auch verbreitert und mit einer breiten Holz-Lounge bestückt, an der Heimatscheune soll zudem ein Kneippbecken entstehen. Und auch der berühmteste Sohn Rammenaus, Johann Gottlieb Fichte, soll eine Rolle spielen, indem ein paar Ideen aus dem Konzept zum philosophischen Dorf in die Weg-Gestaltung einfließen. Und zwar informativ und populärwissenschaftlich, sodass die Besucher am Ende sagen: Jetzt weiß ich, wer dieser Fichte ist und was er gemacht hat, erklärt die Rammenauer Architektin Kathrin Petzold, die das Projekt fachlich begleitet.     

Ladestation für E-Bikes

Geplant ist auch eine Ladestation für E-Bikes und E-Rollstühle. Denn, so Bürgermeister Langhammer, inzwischen gebe es immer mehr, die mit elektrischer Unterstützung radeln. Diesem Trend wolle man unbedingt Rechnung tragen. Genauso wie der Tatsache, dass Touristen zunehmend digital unterwegs sind und nicht mehr nur analoge Angebote nutzen. 

Wie der Weg im Detail aussehen sollte, konnten die Einwohner mitbestimmen. „Eine frühzeitige und umfangreiche Bürgerbeteiligung war uns wichtig“, so das Gemeindeoberhaupt. In zwei öffentlichen Veranstaltungen, die jüngste am vergangenen Sonnabend, wurde das Projekt vorgestellt. Infos darüber gab es aber auch auf Facebook und Instagram. Seither bekomme er immer mal wieder Fotos mit diversen nachahmenswerten Anregungen, die Rammenauer im Urlaub schießen, erzählt der Bürgermeister.

Weg ist digital erlebbar

Er selbst steuerte die Idee bei, den Wanderweg hörend erlebbar zu machen. Über eine App. Sie heißt Lausch-Tour. Mit ihr lässt sich der Blick der Touristen auf spannende Historie und interessante Details lenken, sie vermittelt Wissen und weckt Neugier. Nutzen ließe sie sich beispielsweise über QR-Codes, die man auf den jeweiligen Info-Säulen anbringen könnte. Die Gemeinde müsse nur entsprechendes Material zusammentragen, welches dann von professionellen Sprechern eingesprochen wird. „Damit lässt sich viel mehr vermitteln, als auf eine herkömmliche Info-Tafel passt“, weiß Andreas Langhammer.  

Eigentlich sollten die ersten Geräte und Sitzgelegenheiten schon stehen. Doch Corona sorgte – wie bei so vielem – auch hier für eine Zwangspause. Inzwischen gibt es einen neuen Zeitplan. Der Großteil der Outdoor-Utensilien soll bis Jahresende aufgestellt sein, so der Bürgermeister. Komplett nutzbar soll der neue Wanderweg dann spätestens ab nächstem Frühjahr sein.

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