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Wo waren denn die Wahlkampf-Ideen?

Der Wahlkampf war diesmal eher müde. Und doch gab es etwas, das wirklich aufregte.

© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Radeberg. Nein, wirklich aufregend und spektakulär war er nicht gerade, der Wahlkampf in und um Radeberg. Da stach die FDP mit ihrem bunten Popcorn-Stand vorm Radeberger Rathaus dann doch ein wenig heraus; noch dazu rollten ja auch gleich noch ein paar schwere Motorräder an. Die waren mit FDP-Kommunalpolitikern besetzt, die auf dem Weg zum Bundesparteitag nach Berlin waren. Natürlich gab’s aber nicht nur aufgeblasenen Mais – Popcorn eben –, sondern auch politisch Programmatisches vorm Radeberger Rathaus.

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Zumindest die größeren Parteien waren hier natürlich ebenfalls vertreten. Die CDU, die SPD, die Grünen und die Linken hatten regelmäßig Info-Stände vor der Rathaustür aufgebaut. Die Direktkandidaten von CDU, Linken und der AfD stellten sich und ihre Programmpunkte den Wählern zudem in abendlichen „Kneipen-Runden“ vor. Und die Linken frühstückten mit ihren Wählern dann sogar mal auf dem Marktplatz. Der SPD-Kandidat war außerdem thematisch unterwegs; kümmerte sich zum Beispiel in Arnsdorf um das Problem des fehlenden Aufzugs am Bahnhof. Und auch die Linken waren Freitagabend – sozusagen kurz vor Wahlkabinenschluss – noch einmal zum Straßenwahlkampf in Arnsdorf unterwegs.

Ansonsten war es natürlich für die Kandidaten und Parteien eher schwierig, den doch ziemlich umfangreichen Wahlkreis Dresden II/Bautzen II zwischen der Elbe in Dresden, der Röder in Radeberg und sozusagen der Autobahn bei Wachau „zu bespielen“. Umso mehr wurde wohl gerade deshalb in Sachen Plakat-Wahlkampf geklotzt. So bunt sind die Straßenzüge sonst eigentlich erst im Herbst … Vor allem aber so viele Großplakate wie bisher wohl noch nie machten sich auf den Wiesen entlang der viel befahrenen Straßen breit. Das sorgte schon mal für Fragen; wie beispielsweise im Ortschaftsrat des Radeberger Ortsteils Großerkmannsdorf. Wer solche Plakate eigentlich genehmigt, wollten da Räte wissen. Eine Genehmigung brauchen die Plakatierer nicht, sie müssen allerdings beim Grundstückseigentümer anfragen, lautete die Antwort aus der Stadtverwaltung. Verbunden mit dem Hinweis, dass die Plakate natürlich keine Verkehrsschilder oder überhaupt die Sicht verdecken dürfen.

Was noch auffiel in diesem Wahlkampf: So viele zerstörte oder beschmierte Wahlplakate wie diesmal gab’s wohl bisher ebenfalls noch nie. Der demokratische Umgang mit anderen Meinungen hat in den vergangenen Jahren und Monaten leider doch schon spürbar gelitten. Und das regte an diesem Wahlkampf dann doch auf!