merken

Wo wird der Doppelkurort künftig verwaltet?

Zwei Rathäuser sind zu viel, darüber ist man sich einig. Doch eine Lösung für das Problem ist noch längst nicht gefunden.

© Archivfoto: Daniel Schäfer

Von Heike Sabel

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Dem Frühling entgegenlaufen

Nach dem Motto nicht länger warten, sondern starten - treffen sich am 5. Mai wieder Laufsportfreunde zum Lauf-in-den-Frühling in Freital.

Bad Gottleuba-Berggießhübel. Zwei Rathäuser: Das klingt entweder nach einer reichen oder großen Kommune. Bad Gottleuba-Berggießhübel ist beides nicht. Deshalb sollen die beiden Rathaus-Standorte Gottleuba und Berggießhübel zusammengelegt werden. Schon bei seinem Amtsantritt 2005 wollte Bürgermeister Thomas Mutze (parteilos) das angehen. Damals wurden allerdings andere Prioritäten gesehen. Im vorigen Juni sprach sich Verwaltungsleiter Christian Walter nun dafür aus. Im September brachten die Linken im Stadtrat das Georgenbad als Verwaltungssitz ins Gespräch und wollten eine Untersuchung der Standorte. Im Oktober forderte die CDU, weitere Aspekte einzubeziehen. Warum geht es nicht weiter?

Warum ist die Zusammenlegung jetzt Thema?


Es gibt vier Hauptgründe: Erstens muss am Berggießhübler Rathaus dringend etwas gemacht werden. Zweitens steht das städtische Georgenbad leer. Drittens will und muss die Verwaltung effektiver arbeiten, und das geht an zwei Standorten schwer. Viertens hat sich die Stadt soweit finanziell stabilisiert, dass sie einen Neustart auch bezahlen kann.

Worüber wird gestritten?


Vor allem um die künftigen Aufgaben der Verwaltung wird gestritten. Die CDU will auch die Auswirkungen möglicher Fusionen betrachtet wissen. Was, wenn aus den Verwaltungsgemeinschaften mit Liebstadt und Bahretal eine gemeinsame Stadt wird? Aus Sicht der Verwaltung ändere das nicht viel, man mache die Arbeit für beide jetzt schon. Der CDU geht es nicht so sehr um ein konkretes Objekt, sondern erst einmal um Aufgaben und davon ableitend Platz, auch unter Beachtung der Digitalisierung. Und: Die Analyse solle eine externe Firma machen. Das aber koste Zeit und Geld, gibt Bürgermeister Mutze zu bedenken.

Was sind die Alternativen?


Immer wieder genannt wird das Georgenbad. Das Haus in Berggießhübel steht seit dem Tod des Pächters leer, womit der Stadt Mieteinnahmen verloren gehen. Es hat viel Platz vom Keller bis zum Dach, sagt Lothar Seifert (Linke). Juliette Hillig (CDU) hat es sich auch angesehen. Sie will es wegen der großen Zimmer und behindertengerechten Bäder lieber als Pension oder Ähnliches anbieten. Die ehemalige Gottleubaer Maschinenfabrik, die nun zur Kulturfabrik werden soll, wurde auch mal geprüft, aber schnell verworfen.

Wie geht es nun weiter?


Seifert war am Donnerstag im Stadtrat mit seiner Geduld am Ende. „Stimmen Sie endlich zu, ich habe die Faxen dicke“, sagte er. Doch die CDU blieb bei ihrer Forderung nach weiteren Untersuchungen. Eine Enthaltung in ihren Reihen brachte diese Forderung zu Fall. Nun analysiert die Verwaltung selbst, was sie hat und braucht.

Wie lange es bis zum neuen Verwaltungssitz dauert, ist noch nicht abzusehen. Bessere Arbeitsbedingungen für die Verwaltung seien wichtig, aber es gebe Wichtigeres, sagt Stadtrat Robert Kühn (CDU). Zum Beispiel schnell weiter etwas gegen die Knappheit in den Kitas zu tun, um für Familien Anreize zu schaffen, sich niederzulassen bzw. hier zu bleiben. Die Kita in Berggießhübel bekommt derzeit zwölf neue Krippenplätze, der Ausbau der Hummelburg folgt dieses Jahr.