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Woher kommen die Arbeitskräfte?

Dohna ist die kleinste Stadt im künftigen Feistenberg-Verbund, verbindet damit aber große Hoffnungen. Und eine Sorge.

© Norbert Millauer

Von Heike Sabel

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Bierstadt und Boomtown!

Von wegen „graue Maus“: Radeberg hat allen Grund, selbstbewusst zu feiern! Es gibt zwei augenzwinkernde Bonmots, die in Radeberg die Runde machen. 

Dohna. Kommt Airbus oder ein japanischer Autobauer nach Dohna? Die wildesten Gerüchte machen die Runde seit bekannt ist, dass Pirna, Heidenau und Dohna gemeinsam ein 140 Hektar großes Gewerbegebiet erschließen wollen. Schon wollten die Ersten dagegen protestieren. Die CDU lud am Freitagabend zu einem Gespräch über den aktuellen Stand und die weiteren Schritte ein. Gekommen waren etliche Unternehmer aus der Stadt und dem Müglitztal. Bertram Mudra zum Beispiel. Er führt in Falkenhain eine Bauschlosserei und hat ein großes Bedenken: Wo sollen die vielen Arbeitskräfte herkommen? Es wird von rund 3 000 gesprochen, die in den Firmen des Gebietes mal arbeiten. Schon jetzt sei es schwierig, sagt Mudra. Er hat bereits seine Fühler bis nach Polen und Tschechien ausgestreckt. „Das ist ein Riesenproblem, das an der Schwelle steht, zur Katastrophe zu werden.“ Denn am Ende könnten große Unternehmen den kleinen Firmen, wie eben Mudra, die Arbeitskräfte wegnehmen.

Bisher gebe es entgegen den Gerüchten keinen nennbaren Interessenten, sagt Dohnas Bürgermeister Ralf Müller (CDU). Also nichts mit Airbus und Autobauer. Dafür nennt er selbst ein Unternehmen, das er gern in dem Gewerbegebiet sehen will: Druckguss. Das Unternehmen quetscht sich an der Müglitztalstraße auf eine Fläche, die nicht mehr erweiterbar ist. Im städtischen Gewerbegebiet kann Dohna keine Flächen mehr anbieten, auch den dort ansässigen Firmen, die sich erweitern wollen, nicht. Alle hoffen also auf das große gemeinsame Feistenberg-Gebiet mit Heidenau und Pirna.

In dem Verbund ist Dohna zwar die kleinste Stadt, will aber immerhin den ersten Spatenstich für sich reklamieren. Bis es so weit ist, ist noch einiges zu tun. Als erstes soll noch in diesem Jahr der Zweckverband gegründet werden, der dann im Auftrag der drei Kommunen das Gewerbegebiet vermarktet. Es wird bei der Planung und Genehmigung auch Widersprüche geben, dessen sind sich die Städte bewusst. Müller rechnet dann Anfang 2019 mit dem Baurecht, danach hoffentlich mit den Fördermitteln dafür. 2022/23 könnten die ersten Firmen bauen, die sich eher melden werden und kaufen. Dafür wird auch Sachsen sorgen, weil der Freistaat Fördergelder gibt und es sonst kaum noch Flächen in dieser Größenordnung im Land gibt.

Am Ende war man sich am Freitag einig, trotz Bedenken und Sorgen, das neue Gewerbegebiet ist eine einmalige Chance, die man nutzen will.