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Wohin nur mit dem Technischen Rathaus?

Erneut lässt der Zittauer Stadtrat prüfen, wo die Ämter aus der Sachsenstraße hinziehen sollen. Dass er von der Breite Straße 2 abrückt, hat einen bestimmten Grund.

© SZ Thomas Eichler

Von Thomas Mielke

Es ist wieder völlig offen, wo das Technische Rathaus künftig angesiedelt wird. Der Stadtrat hat während seiner jüngsten Sitzung auf Antrag der CDU- sowie der FFF-Fraktion beschlossen, dass die Stadtverwaltung bis Oktober erneut prüfen soll, wohin es von der Ecke Sachsen-/Kantstraße in die Innenstadt ziehen könnte. Im Fokus stehen dabei vor allem Immobilien, die der Stadt gehören. „Am Ende geht es um die Optimierung des Standortes und die Stärkung der Innenstadt“, sagte FFF-Fraktionschef Thomas Krusekopf (parteilos).

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Anlässe für den Vorstoß sind demnach die immer schlechteren Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter in dem sanierungsbedürftigen Gebäude im Armeegebiet und die derzeitige Finanzlage der Stadt. Weil Zittau auf absehbare Zeit die Millionen für die Sanierung und den Umbau der Breite Straße 2 nicht aufbringen kann, ist der bisherige Favorit wieder aus dem Rennen.

Bei der Prüfung sollen die künftige, wahrscheinlich schlankere Verwaltungsstruktur, an Dritte vermietete Räume, mögliche Telearbeitsplätze und die eventuelle Nutzung der Baugewerkeschule einbezogen werden. CDU-Fraktionschef Andreas Johne brachte erneut die Option eines Umzugs in das Obergeschoss des an Albertstraße und Neustadt geplanten Einkaufscenters ins Spiel. Bereits kurzfristig ins ehemalige Hirschfelder Gemeindeamt ausziehen könnte laut des Vorschlages der beiden Fraktionen der Eigenbetrieb Forst und Kommunale Dienste. „Da dort Räumlichkeiten zur Verfügung stehen und ein Teil des Eigenbetriebes bereits dort seinen Sitz hat“, heißt es im Beschluss zur Ausnahme vom Umzugsziel Innenstadt. Davon würden die Hirschfelder profitieren, die seit Langem eine Nutzung des sanierten, ehemaligen Gemeindeamtes fordern. Auch das wird nun geprüft.

Die Verwaltung nahm den Auftrag der ergebnisoffenen Prüfung an, hatte aber bei einzelnen Punkten Bedenken. So wird es laut Baudezernent Ralph Höhne schwer, die ehemalige Baugewerkeschule als Technisches Rathaus zu ertüchtigen. Zum erforderlichen zweiten Rettungsweg gab es schon bei der Prüfung als Ausweichstandort während der Sanierung der Parkschule mit dem Denkmalschutz Debatten. Zudem hatte es schon früher geheißen, dass das Gebäude zu klein sei. Zumindest wenn alle derzeitigen Mitarbeiter aus dem Technischen Rathaus dorthin umziehen sollen.

Zusätzlich in den Auftrag aufgenommen wurde die Prüfung, was aus der nun nicht mehr als Technisches Rathaus vorgesehenen Breite Straße 2 werden soll. Unterschiedlicher Ansicht waren die Räte darüber, was aus dem Gebäude des jetzt noch genutzten Technischen Rathauses nach einem Umzug werden soll. Ursprünglich stand im Beschlussantrag – so wie im städtischen Konzept für den Rückbau des Armeegeländes vorgesehen – einzig der Abriss. In der Vorberatung zum Stadtrat wurde aus finanziellen Erwägungen die Weitergabe an Dritte eingebaut. Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) formulierte am Ende den Kompromiss, dass die Verwaltung auch das prüfen wird.

Die Diskussion um das Technische Rathaus hat bereits eine lange Vorgeschichte. Schon 2005 hieß es im Entwicklungskonzept für Zittau-Süd: Das Technische Rathaus soll in die Innenstadt umziehen. Als Ziel war das Jahr 2007 angegeben. Diskutiert wurde über das Thema damals aber schon mindestens vier Jahre.

2007 hieß es erneut: Das Technische Rathaus soll in die Innenstadt ziehen. Diesmal forderte der Stadtrat auf Antrag von Dietrich Thiele (heute FUW), dass die Verwaltung alle möglichen Varianten prüfen soll. Neun Standorte waren danach im Gespräch. Dazu gehörten der ehemalige Sächsische Hof auf der Neustadt, die ehemalige Baulücke in der Brunnenstraße, die inzwischen durch ein Seniorenhaus geschlossen wurde, und das frühere Finanzamt am Markt. Zwischenzeitlich war auch das ehemalige Technologiezentrum an der Rathenaustraße ein Favorit – allerdings liegt es nicht in der Innenstadt. Es wurde sogar eine Arbeitsgruppe zu dem Thema ins Leben gerufen.

2010 fiel die Entscheidung zugunsten der Breite Straße 2. Damit sollte das historische Gebäude gerettet, der Weg zwischen den Ämtern der Stadtverwaltung verkürzt und das Quartier unterhalb des Marktes belebt werden. Schon damals hieß es aber, dass das marode Gebäude nicht vor 2015 umgebaut und saniert werden kann.

2011 machte der Stadtrat die Diskussion über den Umzug des Technischen Rathauses in die Innenstadt wegen des Auszuges der Kreis-Ämter aus dem Salzhaus wieder auf. 2013 entschied er sich gegen das Gebäude auf der Neustadt. Im gleichen Jahr geriet die leer stehende Baugewerkeschule in den Fokus. 2015 brachte die CDU das an der Neustadt geplante Einkaufscenter ins Spiel. Mit der Einmietung in das Obergeschoss oder der Beteiligung am Bau sollte die Investition unterstützt werden. Der Vorschlag fiel aber durch.