Merken

Wohncontainer sollen Asylbewerbern als Unterkunft dienen

Sachsen will mit zwei weiteren Erstaufnahmeeinrichtungen in Dresden und Leipzig der steigenden Zahl von Asylbewerbern begegnen. Doch so schnell können die Pläne nicht umgesetzt werden.

Teilen
Folgen

Dresden. Angesichts steigender Asylbewerberzahlen plant Sachsen die Unterbringung von Flüchtlingen in Wohncontainern. Das sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Freitag MDR 1 Radio Sachsen.

„Wir müssen uns aufgrund der größer werdenden Zuströme jetzt behelfen mit Lösungen, wie zum Beispiel mit Containern, die auch bei Kindergärten oder bei Schulen angewendet werden, wo die Asylbewerber dann auch ordentlich untergebracht werden können“, sagte Tillich. Aufträge zum Aufstellen der Container seien bereits erteilt.

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Nach Angaben des Innenministeriums sollen die ersten Wohncontainer bereits im Herbst in der Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung zur Verfügung stehen. Weitere würden auf dem Gelände der geplanten Erstaufnahmeeinrichtung in Leipzig aufgestellt. Diese seien aber erst im kommenden Jahr bezugsfertig.

Die Wohncontainer wären eine Zwischenlösung, bis die in Dresden und Leipzig geplanten Einrichtungen für je 500 Asylbewerber fertig seien, hieß es. In Leipzig sollen die ersten Flüchtlinge noch Ende kommenden Jahres einziehen, in Dresden erst im Jahr darauf.

Ziel sei, die Einrichtung in Chemnitz und deren Außenstelle in Schneeberg zu entlasten, sagte Tillich. Zudem gehe es darum, „dass wir auch die Zusagen einhalten können, die wir zum Beispiel in Schneeberg mit 660 Asylbewerbern gemacht haben“. In der früheren Jägerkaserne war die eigentliche Aufnahmekapazität vor kurzem um rund 100 Asylbewerber überschritten worden. Aktuell sind dort nach Angaben des Innenministeriums noch 670 Menschen untergebracht.

Die Zahl der Asylbewerber ist in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Ein Grund ist der Syrien-Konflikt. So erhöhte sich die Zahl der Erstantragsteller von bundesweit 11.160 im Mai auf 16.191 im Juli. Für den August rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit einer ähnlichen Zunahme.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Asylbewerberzahl bis zum 15. August um 60 Prozent. Etwa fünf Prozent der Flüchtlinge muss Sachsen aufnehmen. (dpa)