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Zuschuss für Kinder gefordert

Jeder fünfte Sachse ist armutsgefährdet, weil er sich nicht die durchschnittliche Kaltmiete in Genossenschaftswohnungen leisten kann. 

© imago/Christian Ohde

In Sachsen sind nicht die Mieten zu hoch, sondern die Einkommen zu niedrig – so sieht es einer der größten Vermieter, der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften mit rund 20 Prozent aller Mietwohnungen. Vorstand Axel Viehweger forderte am Dienstag in Dresden, Familien mit mehr Kindergeld oder Wohngeld zu unterstützen. Viele könnten sich sonst passende Wohnungen nicht leisten.

Laut Viehweger ist etwa jeder fünfte Sachse armutsgefährdet, weil er sich nicht die durchschnittliche Kaltmiete in Genossenschaftswohnungen von 4,82 Euro pro Quadratmeter leisten kann. Dazu zählen alleinstehende Rentner, von denen es nach Erwartung des Verbandes künftig mehr geben wird. Auch Alleinerziehende und Familien mit geringem Einkommen benötigen laut Verband mehr Unterstützung.

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Der Verbandschef kritisierte die Stadt Dresden für Ankündigungen, Hunderte neue städtische Wohnungen zu bauen. Dort werde zu viel versprochen. Die Miete in Neubauten sei grundsätzlich höher als in den vorhandenen Wohnungen, sagte Viehweger. Während die Stadt Dresden Grundstücke für ihre Zukunftspläne zurückhalte, hätten Genossenschaften darauf längst mehr bauen können.

Dresden und Leipzig haben laut Verband keine Wohnungsnot. Außerdem seien Nachbarstädte wie Pirna und Delitzsch gut per S-Bahn zu erreichen. Dort gebe es zum gleichen Preis wie in der Großstadt ein Zimmer mehr. Viehweger wiederholte Forderungen, den ländlichen Raum zu stärken statt zu schwächen. (SZ/mz)

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