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Wohnhaus nach Feuer unbewohnbar

Bei einem Brand mussten die Feuerwehr 14 Leute aus ihren Wohnungen holen. Ursache ist ein Defekt an der Elektrik.

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Von Jens Hoyer

Von einem ruhigen Weihnachtsfest konnte für die Bewohner des Hauses Grimmaische Straße 11 keine Rede sein. Schon in der Nacht zu Heiligabend hatte es im Keller im Zählerkasten geschmort, was von der Döbelner Feuerwehr aber schnell gelöscht werden konnte. In der Nacht zu gestern wurden die Feuerwehrleute ein zweites Mal gerufen. Auch dieses Mal brannte es in der Verteilung, doch war es viel schlimmer. Dichter Rauch quoll ins Treppenhaus, die Bewohner kamen nicht nach draußen. 14 Leute – vom Senior bis zum Kleinkind – mussten von der Feuerwehr aus den Wohnungen geholt werden. Die Mieter der unteren Etage konnten über Steckleitern durch die Fenster das Haus verlassen, sagte Einsatzleiter Lutz Hesse. Andere wurden mit der Drehleiter gerettet. Drei Bewohner wurden mit sogenannten Rettungshauben, die an die Druckluftatmer der Feuerwehr angeschlossen werden, durchs Treppenhaus nach draußen gebracht. Einige Bewohner waren schon etwas gebrechlich und hatten Schwierigkeiten, in den Korb der Drehleiter zu steigen, was die Rettungsaktion schwieriger machte, so Hesse.

Die Feuerwehr löschte den Brand im Keller und holten die Bewohner aus ihren Wohnungen. Der Zählerkasten im Keller ist komplett ausgebrannt und kann wohl erst im neuen Jahr repariert werden. Fotos: TNN (links), André Braun
Die Feuerwehr löschte den Brand im Keller und holten die Bewohner aus ihren Wohnungen. Der Zählerkasten im Keller ist komplett ausgebrannt und kann wohl erst im neuen Jahr repariert werden. Fotos: TNN (links), André Braun

Ein Teil der Betroffenen wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Die anderen betreute der Sanitätszug des Roten Kreuzes in der Feuerwache. Insgesamt seien rund 60 Kräfte der Feuerwehren Döbeln, Ebersbach und Limmritz, des Rettungsdienstes und Sanitätszuges im Einsatz gewesen, sagte Hesse.

Mieter Olaf Thiel hatte noch nicht geschlafen, als er es gegen 23.30 Uhr im Keller des Hauses krachen hörte. „Das klang wie ein Chinaböller“, sagte er. Vom Balkon aus habe er den Qualm aus dem Kellerfenster aufsteigen sehen. „Ich bin noch übers Treppenhaus rausgekommen. Als ich wieder rein wollte, ging es nicht mehr“, sagte Thiel. Seine Lebensgefährtin Annett Perge war in der Wohnung eingeschlossen. „Die Küche war total vernebelt, ich konnte auch das Stubenfenster nicht aufmachen. Da kriegst du die Panik“, erzählte sie. Die Feuerwehr holte sie mit der Drehleiter aus der Wohnung. Das Pärchen ist bei Verwandten untergekommen.

Das Haus gehört der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft (GWG). Am Heiligabend habe man den Schaden noch bis Mittag reparieren können, sagte GWG-Vorstand Andreas Paul. Nach dem zweiten Feuer sei das Haus erst einmal unbewohnbar. Der Zählerschrank ist nur noch ein verkohltes Etwas, in den Wohnungen gibt es keinen Strom. Der Schaden wird wohl erst im neuen Jahr repariert werden können. Kurzfristig sei kein Zählerschrank aufzutreiben, sagte Paul. „Die Großhändler sind alle im Urlaub.“ Zumindest die Heizung funktioniert seit gestern mit einer provisorischen Stromversorgung wieder. Mit ihr wird auch das Nachbarhaus beheizt.

Die Bewohner des Brandhauses sind bei Verwandten und in den beiden Gästewohnungen der GWG untergekommen. Zwei waren gestern noch im Krankenhaus. Nach den Untersuchungen zur Brandursache zieht die Polizei den Schluss, dass ein Defekt im Bereich des Stromverteilerkastens den Brand ausgelöst hat.