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Wohnheim für das Epilepsiezentrum

40 Appartements werden entstehen. Die Arbeiten in Kleinwachau beginnen in den nächsten Wochen.

© Zeichnung: PlanKonzept GmbH

Von Thomas Drendel

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Radeberg. Auf dem weitläufigen Areal des Epilepsiezentrums in Kleinwachau ist außer Vogelgezwitscher meist kaum etwas zu hören. Das wird sich in den nächsten Wochen ändern. Nach Angaben von Martin Wallmann, Direktor der Einrichtung, beginnen die Arbeiten für das sogenannte Tannenhaus. „Der Bauantrag ist eingereicht, gerade eben haben wir letzte Abstimmungen zu den Förderanträgen vorgenommen. Ich denke, im September oder Oktober wird es losgehen“, sagt er. Im ersten Quartal 2020 soll der Bau stehen.

Gebaut wird ein Wohnheim, in dem Menschen mit Behinderungen leben können. „Bei uns im Epilepsiezentrum leben beispielsweise immer mehr ältere Menschen. Für sie sollen angemessene Wohnräume geschaffen werden. Ziel ist es, dass sie ein möglichst selbstständiges Leben führen können.“ Durch die unmittelbare Nähe des Krankenhauses ist aber auch eine erstklassige medizinische Betreuung gewährleistet. Sie werden bei Bedarf gepflegt. Außerdem können sie die Freizeit- oder Therapieangebote des Zentrums nutzen. „Viele haben ihr Leben hier bei uns in Kleinwachau verbracht. Sie sollen nicht im Alter in andere Heime verlegt werden müssen“, sagt er.

Für die Betreuung von schwerst mehrfachbehinderten Menschen

Insgesamt sollen in dem Haus 40 Appartements entstehen. Die Wohnungen sind für die Betreuung von schwerst mehrfachbehinderten Menschen ausgelegt. Außerdem sind in dem Haus fünf Plätze für eine Kurzzeitbetreuung vorgesehen. „Sie sind beispielsweise für Familien gedacht, die ein behindertes Kind pflegen, aber sich auch einmal eine Auszeit gönnen wollen“, sagt Martin Wallmann. Herkömmliche Kurzzeit-Pflegeeinrichtungen können gerade Menschen mit Epilepsie nicht ohne Weiteres aufnehmen. Mehr als fünf Millionen Euro wird das Vorhaben kosten. Entworfen hat den Bau die Firma PlanKonzept GmbH. Das Planungsbüro ist auf solche Gebäude spezialisiert. Die Appartements sind auf drei Stockwerke verteilt.

Noch nicht ganz soweit fortgeschritten ist ein weiteres Projekt auf dem Gelände des Epilepsiezentrums in Kleinwachau: ein gemeinsames Schulhaus für die Förderschule Kleinwachau und die Grundschule in Liegau-Augustusbad. Das Haus Grundschule ist zu klein und müsste saniert werden. Außerdem ist es nicht erweiterbar und barrierefrei ist es auch nicht. Zugleich fehlt eine Turnhalle, Sie soll in das neue Haus integriert werden.

Derzeit wird um eine Förderung gerungen. „Wir hatten vor einigen Tagen ein Gespräch im Kultusministerium. Auch wenn es noch keine direkte Förderzusage gab, die Zustimmung zu unserem Vorhaben ist groß“, sagt Martin Wallmann. Der Stadtrat von Radeberg hat dem Projekt bereits zugestimmt, jetzt muss das Vorhaben noch im Haushalt von Radeberg eingeplant werden. Das Epilepsiezentrum Kleinwachau stellt das Grundstück zur Verfügung. Beide Schulen bleiben eigenständig, es wird weiterhin zwei unterschiedliche Lehrpläne geben. Nur in ausgewählten Fächern wie Kunst oder Sport könnte es eine Zusammenarbeit geben. Aber Räume wie der Speisesaal oder Fachkabinette könnten gemeinsam genutzt werden. „Sollte uns das Projekt gelingen, dann wäre das ein großer Erfolg.“