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Wohnung gesprengt

Zwei Männer haben sich bei der Produktion von Haschischöl zum falschen Zeitpunkt eine Zigarette anstecken wollen.

© dpa

Von Alexander Schneider

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Ausnahmsweise waren hier keine illegalen Böller vom Typ Cobra 12 im Spiel, sondern ganz gewöhnliches Gas. Am frühen Abend des 16. Oktober vergangenen Jahres haben zwei Männer eine Wohnung am Dreyßigplatz in die Luft gesprengt. Es war ein Arbeitsunfall, wenn man so will. Die beiden Männer haben versucht, Haschischöl herzustellen.

Die Polizeibeamten staunten, als sie in den Trümmern der zerstörten Wohnung eine perfekt eingerichtete Drogenplantage, etwa 400 Gramm Marihuana aus früherer Produktion und 18 noch recht junge Hanf-Pflanzen entdeckten. Die beiden schwer verletzten Männer, sie erlitten Verbrennungen ersten und zweiten Grades an Gesicht und Armen, kamen erst in eine Klinik, anschließend ins Gefängnis.

Am Mittwoch mussten sich die 35 und 33 Jahre alten Angeklagten unter anderem wegen fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion verantworten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft entstand durch die Detonation allein am Gebäude ein Schaden von 39 000 Euro. Eine Trockenbauwand wurde herausgerissen, eine Mauer krachte auf das Bett der Wohnungsnachbarin. Dazu Richter Roland Wirlitsch: „Hätte die Frau schon im Bett gelegen, hätte sie das nicht überlebt.“

Aufgrund der Rauschgiftmenge ging die Staatsanwaltschaft davon aus, der 35-jährige Wohnungsinhaber habe mit Drogen gehandelt. Das bestätigte sich jedoch nicht. Der Messebauer sagte, er habe Cannabis für sich selbst angebaut – in einem 2,4 mal 1,2 mal 2 Meter großem Zelt in seinem Schlafzimmer.

Am Tattag habe er versucht, Haschischöl herzustellen. Dazu habe er Feuerzeuggas in eine Flasche gefüllt. Die Männer hatten nicht mitbekommen, wie sich das explosive Gemisch im Raum verteilt hatte, ehe der 33-Jährige, der nur einige Minuten in der Wohnung war, sich eine Zigarette anzünden wollte.

Zu diesem Schluss kam nun das Gericht. Der 35-Jährige erhielt eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren, der Mitangeklagte eine Geldstrafe. Nun müssen die beiden Männer noch ihren Schaden begleichen. Die wohl größte Strafe.