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Wohnungen für Langebrück

In das frühere Bahnhofshotel „Hennigs Restauration“ zieht neues Leben. Jetzt fand das Richtfest statt.

© RK

Von Rainer Könen

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Langebrück. Auch der letzte Hammerschlag gelang. Als Bauherr Ralf Pittner beim Richtfest am Freitag den letzten Nagel ins Holz trieb, das ist ja Usus bei solchen Veranstaltungen, gab es selbstverständlich Applaus von den Gästen und Handwerkern, da schaute der Bauherr mehr als nur zufrieden drein. Geschafft, sagte da seine Miene. Nun hat Langebrück also wieder, wenn man so will, sein Kleinod zurück. Wird aus dem früheren Bahnhofshotel „Hennigs Restauration“ jetzt ein schmuckes Wohn- und Geschäftshaus. Im Deluxe-Bereich. „In einer gehobenen Kategorie“, wie Bauherr Ralf Pittner stolz erzählt. Im kommenden Jahr sollen die Räumlichkeiten vermietet werden.

2007 hatte die First Dresdner Real Estate GmbH & Co. KG das an der Dresdner Straße gelegenen Objekt, welches seit 2002 leer stand, erworben. Deren Eigentümer und Bauherr Ralf Pittner hatte gleich große Pläne mit diesem Gebäude. Allerdings mussten da erst einige Hürden überwunden werden, denn die Finanz- und Immobilienkrise, machten es dem gebürtigen Dresdner zu Beginn doch ziemlich schwer. Allerdings zeigte sich Ralf Pittner jedoch geduldig. Etwas, was sich jetzt natürlich auszahlt. Denn jetzt steht das Gebäude, rundum aufgepeppt, wieder in alter Größe. Werden hier drei hochwertige Wohnungen zwischen 100 und 170 Quadratmetern eingerichtet. Im 360 Quadratmeter großen Erdgeschoss soll eine Gewerbeeinheit eingerichtet werden, die bei Bedarf auch geteilt werden kann. Bauherr Pittner erzählt, dass er schon einige Anfragen für die Wohnbereiche habe. Insgesamt wurden rund 1,5 Millionen Euro in dieses ambitionierte Bauvorhaben inmitten von Langebrück investiert.

Früher ein beliebter Anlaufpunkt

Das ehemalige Bahnhofshotel gehört zu den ältesten Gebäuden Langebrücks. Sein Vorläuferbau wurde im November 1845 mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke eröffnet und war seinerzeit ein beliebter Anlaufpunkt für die im oberen Dorf lebenden Langebrücker. Bauherr war damals ein gewisser Christoph Grossmann. Sein Schwiegersohn Carl Heinrich Hennig übernahm die Lokalität, die dann „Hennigs Restauration“ hieß. Unter diesem Namen ist das Bahnhofshotel noch vielen älteren Langebrückern bekannt. 50 Jahre nach der Eröffnung wurde das Gebäude jedoch abgerissen, es genügte den Anforderungen in jenen Jahren einfach nicht mehr. 1898, vor 120 Jahren, eröffnete das zweite, weitaus größere Haus in der Form, wie man es aus Geschichtsbüchern und von Postkarten kennt. Damit begann die Blütezeit von Hennigs Restauration, das sich als Ausflugslokal in der Region einen Namen machte. Und weil es gleich gegenüber dem Bahnhof liegt, war es auch Anlaufpunkt für manchen prominenten Zeitgenossen. Sogar der sächsische König Friedrich August soll hier einst eingekehrt sein. Nach dem Krieg, zur Vorwendezeit, verlor sich der Glanz. Befand sich hier ein HO-Lebensmittelgeschäft, ein Textilladen. Nach der Wende brachte man dort die Gemeindebibliothek unter.

Mit der Neuausrichtung des ehemaligen Bahnhofshotels zu einer hochwertigen Wohn- und Büroanlage will der Bauherr Ralf Pittner wieder mehr Flair, mehr Ambiente in Langebrück einziehen lassen. Auf jeden Fall wird das Gebäude, wenn es fertig ist, wieder „ein echter Hingucker“ werden, wie es einer der älteren Langebrücker befand, der beim Richtfest vorbeischaute. Nun, nicht nur Bauherr Ralf Pittner wird das gefallen.