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Wohnungsbau in Sachsen boomt

In Sachsen wird so viel in Neubauten und Modernisierung investiert wie seit 20 Jahren nicht. Wirkt sich das auch auf die Mieten aus?

© dpa

Von Lars Radau

Dresden. Bezahlbare Wohnungen sind in Sachsen gefragt wie lange nicht – und sie werden gebaut oder hergerichtet. Nach Angaben des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vdw) wollen seine 126 Mitgliedsunternehmen im Freistaat in diesem Jahr rund 62 Millionen Euro in den Neubau von Wohnraum investieren. Hinzu kommen weitere 185 Millionen Euro für die grundlegende Modernisierung, 220 Millionen Euro sind für die Instandsetzung von Wohnungen eingeplant. „Insgesamt kommen wir auf 467 Millionen Euro – so viel haben unsere Unternehmen seit fast 20 Jahren nicht investiert“, betonte vdw-Chef Rainer Seifert am Donnerstag in Dresden. Der Verband, in dem vor allem kommunale Wohnungsunternehmen, aber auch das Branchen-Schwergewicht Vo-novia und andere private Vermieter organisiert sind, repräsentiert nach eigenen Angaben mit 316 000 Wohnungen fast ein Viertel der Mietwohnungen in Sachsen.

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Werden die Planungen umgesetzt, bedeute das seit 2015 einen Investitions-Zuwachs von 51 Prozent, sagte Seifert. Gleichzeitig seien die durchschnittlichen Netto-Kaltmieten von 2014 bis Ende 2017 um gerade einmal acht Prozent gewachsen. „Das ist ein absolut moderater Anstieg“, so Seifert. „Im Durchschnitt haben wir nach wie vor vergleichsweise günstige Mieten.“ Dieser Durchschnitt lag bei den vdw-Mitgliedern 2017 bei 5,04 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, 16 Cent mehr als im Vorjahr. „Wenn Sie da die Inflation noch rausrechnen, kommen sie auf eine effektive Steigerung von 1,5 Prozent“, sagte Seifert.

Dass die Verhältnisse in den sächsischen Metropolen Dresden, Leipzig und Chemnitz etwas anders aussehen, räumte der Verbandsdirektor ein. Dort erhöhten sich die Preise den Angaben zufolge im Schnitt um 23 Cent auf 5,40 Euro. Der vdw hält die Wohnungsmieten im Freistaat insgesamt aber für „überwiegend erschwinglich“. Einer vom Verband in Auftrag gegebenen nicht repräsentativen Umfrage zufolge geben die Hälfte aller Mieter in Sachsen maximal 35 Prozent ihres monatlichen Haushaltsnettoeinkommens für die Warmmiete aus, knapp ein Fünftel sogar weniger als 25 Prozent.

Ausdrücklich begrüßte Seifert die Entscheidung der Stadt Dresden, mit der „Wohnen in Dresden“ wieder eine kommunale Wohnungsgesellschaft zu gründen. Die ist seit Kurzem auch vdw-Mitglied – und will bis Ende 2021 insgesamt 800 Sozialwohnungen in der Landeshauptstadt bauen. Parallel zum Neubau-Boom hält es der Verbandschef für zentral, dass „im Sinne attraktiver Orte“ künftig auch der Teilabriss von ausgewählten Gebäuden gefördert werde.