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Wolfgang Clement

Die Ehefrau von Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement kann aufatmen: Ihr Mann hat bald wieder eine der Herausforderungen, die er so braucht: als Schlichter im Tarifkonflikt am Bau. Schon unmittelbar...

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Die Ehefrau von Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement kann aufatmen: Ihr Mann hat bald wieder eine der Herausforderungen, die er so braucht: als Schlichter im Tarifkonflikt am Bau.

Schon unmittelbar nach seinem Abgang als Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit im Jahr 2005 hatte der 66-Jährige erklärt, dass er trotz seiner fünf Töchter und sechs Enkel kein Großvaterdasein im Bonner Stadtteil Plittersdorf plane.

Clement wird den neuen Job genießen, steht der frühere Superminister damit doch wieder für ein paar Tage im Scheinwerferlicht. Dass er die Chance bekommt, hat er den ostdeutschen Baugewerbeverbänden zu verdanken. Die hatten die beschlossene Tariferhöhung von 3,5 Prozent für bundesweit 680000 Bauleute per Veto zu Fall gebracht.

Diplomatische Züge konnte man Clement bislang nicht nachsagen: sei es sein harrscher Ton gegenüber Hartz-IV-Kritikern und ALG-II-Empfängern („Parasiten“), seine rüde Kritik an den Montagsdemonstranten der Nachwendezeit, seine Ausfälle gegenüber dem Handwerk...

Konflikte hat der Jurist und Journalist, seit 1970 SPD-Mitglied, nie gescheut. Auch deshalb wurde er von den Streithähnen als Schlichter auf die Baustelle geholt. Ob der Ex-Premier von Nordrhein-Westfalen mit der Mission Erfolg hat? Vorgänger Heiner Geißler (CDU) hatte 2002 bei seinem letzten Job wenig Glück. Es folgte ein Streik. (SZ/mr)