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Wolfsrudel auf der Jagd?

Bei Grüngräbchen riss das Raubtiert einen mächtigen Hirsch. Das sei ungewöhnlich, saget ein Jäger.

Von Reiner Hanke

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Grüngräbchen. Das ist auch für Sebastian Kochan eine neue Dimension bei einem Wolfsriss. Der Jäger ist Vorstandsmitglied der Jagdgenossenschaft Grüngräbchen und selbst Tierhalter, von Heidschnucken, wie er sagt. Nur 2 000 Meter vom Dorf Grüngräbchen entfernt fand er jetzt einen etwa zehn Jahre alten Hirsch. „Eine Körperhälfte war komplett aufgefressen“, beschreibt der Jäger. Von Wölfen, ist er sich sicher: „Der Körper war noch warm.“ Es sei auch nicht irgendein Hirsch gewesen. Sondern ein Tier von etwa 190 Kilogramm Gewicht, ein „Kronen 12er“. Ein mächtiges Tier, mit dem sich ein Wolf nicht unbedingt anlegt. Anders in diesem Fall, und das sei eben ungewöhnlich. Der Jäger sei erstaunt, dass sich ein so starkes Tier nicht durchsetzen konnte und zur Strecke gebracht wurde.

Eine Möglichkeit sei, dass der Hirsch von der Brunft geschwächt gewesen ist. Eher wurde er wohl überrascht, schätzt der Jäger ein. Wollte sich dann dem Wolf stellen und zeigen, wer der Stärkere ist. Doch er zog den Kürzern. Die Erklärung des Jägers: Der Wolf habe im Rudel gejagt und den Hirsch zu Boden gerissen. Ein Wolfsrudel mit sieben bis elf Tieren sei im Umkreis aktiv. Ein solches Rudel mache schon nachdenklich, schätzt der Jäger ein. Zudem liege das Landschulheim in der Gegend.

Ein gesunder Wolf tue dem Menschen in der Regel nichts. Aber es können auch kranke Tiere unterwegs sein oder eine Wölfin mit Nachwuchs. Hundehaltern gibt Sebastian Kochan noch einen Ratschlag: Sie „sollten in Wald und Flur ihre vierbeinigen Begleiter angeleint führen“.