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Wolfswelpen gesichtet

Mindestens drei Jungtiere leben derzeit in der Gohrischheide. Die Zahl könnte noch deutlich steigen.

Von Kevin Schwarzbach

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Das dürfte auch für die Menschen aus dem Großenhainer Land recht interessant sein: Die langanhaltende Trockenheit und Hitze hat dem Wolfsrudel in der Gohrischheide scheinbar nicht allzu sehr zu schaffen gemacht. Ganz im Gegenteil: Es hat sogar Nachwuchs bekommen. Mindestens drei Wolfswelpen leben derzeit in der Gohrischheide, heißt es vom in Rietschen ansässigen Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“. Das zumindest beweisen die Aufnahmen sogenannter Fotofallen der NSG-Verwaltung Königsbrücker Heide und Gohrischheide. In diese tappten die drei Jungtiere zuletzt gleich mehrmals.

Ging man beim Kontaktbüro Mitte August dieses Jahres noch von zwei Welpen aus, ist die Zahl mittlerweile auf mindestens drei Jungtiere gestiegen. „Bei der Angabe der Anzahl von Welpen handelt es sich immer um eine Momentaufnahme“, heißt es dazu. „Es kann nie festgestellt werden, ob sich zum Zeitpunkt der Aufnahme alle Welpen des Wurfs zusammen im Aufnahmebereich der Kamera befanden.“

Für insgesamt 18 sächsische Wolfsterritorien konnten im aktuellen Monitoringjahr 2018/19 bereits Reproduktionen nachgewiesen werden. Auch in den Nachbar-Territorien der Gohrischheide hat sich zuletzt Nachwuchs eingestellt. In Raschütz etwa leben laut den Angaben des Kontaktbüros derzeit mindestens vier Welpen. In der ebenfalls benachbarten Dahlener Heide sind es mindestens zwei. Dieser erweiterte Radius ist für Experten bedeutend, da ein Wolf in einer Nacht ohne Schwierigkeiten bis zu 30 Kilometer zurücklegen kann.

Es könnten allerdings auch noch deutlich mehr Wolfswelpen in der Gohrischheide leben, als dem Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ derzeit bekannt sind. Denn die Datenerhebung ist noch lange nicht abgeschlossen. Im Rahmen des Wolfsmonitorings werden die Daten nicht anhand eines Kalenderjahres, sondern anhand eines biologischen Wolfsjahres ausgewertet. Das läuft vom ungefähren Zeitpunkt der Geburt der Welpen am 1. Mai bis zum Ende ihres ersten Lebensjahres am 30. April. Es könnten künftig also noch weitere Welpen in die Fotofallen tappen, die sich bisher „außerhalb des Aufnahmebereichs befanden“. Für eine genauere Zahl müsse man die endgültigen Ergebnisse am 30. April 2019 abwarten, heißt es aus dem Kontaktbüro. „Zudem hat die Auswertung nach einem Jahr den Vorteil, dass für ganz Sachsen die unterschiedlichen Hinweise gesammelt werden können.“

Wie viele Jungtiere am Ende wirklich in der Gohrischheide leben, hängt neben den örtlichen Gegebenheiten auch vom Rudel selbst ab. Das bestehe laut Kontaktbüro aus den beiden Elterntieren, den Welpen des aktuellen Jahres und den Welpen der letzten ein bis zwei Jahre. „Die Zahl der Welpen für 2018 hängt dabei mit der Fitness des Muttertieres, der Versorgung durch die Eltern und andere Rudelmitglieder zusammen“, so das Kontaktbüro. „Auch mögliche Todesursachen wie Krankheiten, Parasiten und Verkehrsunfälle spielen eine Rolle.“

Hinweise zum Vorkommen von Wölfen oder andere Beiträge zum Wolfsmonitoring können per an [email protected] oder unter 035772 46762 an das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ gemeldet werden.