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Wood will weiter Zittauer Bürgermeister werden

Der in Potsdam lebende Amerikaner sieht die Ursache für seine ungültige Wahl in der Bürokratie, weiß aber, dass seine Chancen geringer geworden sind.

Kurz nach der Wahl am 31. Januar lächelte Gerald Wood als vermeintlich neuer Zittauer Bürgermeister noch in die Kamera. © Archivfoto: Matthias Weber

Einen Tag nach dem Widerspruch von Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) gegen die Wahl von Gerald Wood zum Bürgermeister räumt der Amerikaner Fehler ein. Er habe der für die Einbürgerung zuständigen Behörde vertraut, sagte Wood am Freitag der SZ. Dass er sich vor der Wahl nicht vom Vollzug seines Antrags auf die deutsche Staatsbürgerschaft überzeugt hat, "ist eine Nachlässigkeit meinerseits, aber keine böswillige." Tatsächlich hatte Wood am Abend seiner Wahl zum Bürgermeister, am 31. Januar im Zittauer Rathaus, mehrfach gesagt, dass er Deutscher ist. Nun sei er "in hohem Maß enttäuscht."

Die Einbürgerung hat er eigenen Angaben zufolge bereits im Herbst 2018 angeschoben. Er beantragte die doppelte Staatsbürgerschaft, die ihm die Behörde verwehrte. Er sollte sich für die deutsche entscheiden oder die amerikanische behalten. Erst später hatte Wood einen Paragrafen ausfindig gemacht, der ihm die doppelte Staatsbürgerschaft und somit den Erhalt der amerikanischen Grundrente ermöglichte. Was er eigenen Angaben zufolge nicht wusste: Daraufhin eröffnete die Behörde ein neues Verwaltungsverfahren, dass seit dem läuft. Nun will er sich intensiv um die doppelte Staatsbürgerschaft kümmern. "Das gehe ich mit aller Entschiedenheit an", sagte der 54-Jährige. "Auch wenn es für die Wahl zu spät ist." 

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Ungeachtet der ungültigen Wahl will Wood weiter Zittauer Bürgermeister werden. "Ich möchte irgendwann dieses Amt antreten und werde dafür kämpfen", sagte der Wahl-Potsdamer. "Ich habe mich sehr auf das Amt und die Aufgabe gefreut und auf das, was ich mit und für Zittau vorhabe." Allerdings sei ihm bewusst, dass seine Chancen bei einer erneuten Wahl nun niedriger sind.

Wie das Verfahren um die Besetzung der Bürgermeisterstelle nun weitergeht, ist unklar. Nach SZ-Informationen will sich die Stadtverwaltung zuerst mit dem Stadtrat abstimmen. Die Landesdirektion als oberste sächsische Dienstaufsicht wollte sich auf SZ-Anfrage zum Verfahren nicht äußern. Eine Anfrage beim Kommunalamt des Landeskreises läuft.

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Wood war aus einem mehrstufigen Auswahlverfahren für den Bürgermeister als einer von zwei Kandidaten mit den höchsten Chancen hervorgegangen. Beide präsentierten sich am 31. Januar dem Stadtrat, der sich im ersten Wahlgang mit 17 zu sieben Stimmen für Wood aussprach. Am Donnerstag hatte der OB mitgeteilt, dass er gegen den Beschluss Widerspruch einlegen musste, weil Wood zum Zeitpunkt der Wahl Amerikaner war. Das Gesetz sieht vor, dass nur Deutsche oder EU-Bürger zum hauptamtlichen Bürgermeister beziehungsweise Beigeordneten gewählt werden dürfen.

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Wer ist eigentlich Gerald Wood - das Porträt nach der Wahl (SZ Plus)

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