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Wozniacki ist verliebt in Daphne

Die Dänin feiert ihren ersten Grand-Slam-Titel, die Gegnerin muss ins Krankenhaus.

© dpa/Dita Alangkara

Von Cai-Simon Preuten

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Eislöwen holen Auswärtssieg in Landshut

Die Dresdner Eislöwen haben das DEL2-Punktspiel beim EV Landshut mit 7:4 (1:2; 3:0; 3:2) gewonnen.

Für ihren Verlobten hatte Caroline Wozniacki nur einen flüchtigen Kuss übrig, ehe sie sich wieder ihrer neuen Liebe widmete. „Daphne kommt heute Nacht mit mir nach Hause, dann werden wir kuscheln“, sagte Wozniacki und blickte versonnen zu dem silbernen Pokal mit dem dürren Stil und dem breiten Sockel. Besonders attraktiv ist sie ja nicht, die Daphne Akhurst Trophy, doch Wozniacki konnte nach ihrem ersten Grand-Slam-Triumph nicht mehr die Finger von ihr lassen.

David Lee, diese Schrankwand von einem „Spielerinnenmann“, nahm es gelassen hin, nur die wenigsten verstehen die überbordenden Emotionen nach einem sportlichen Gipfelsturm so wie der frühere NBA-Champion der Golden State Warriors. Weil Caroline noch in ihren eigenen Sphären schwebte, wandte sich Lee wieder seiner zweitliebsten Beschäftigung bei den Australian Open zu: einem Drink mit Schwiegervater in spe, Piotr Wozniacki.

Dessen Tochter setzte auch am Morgen nach ihrem denkwürdigen Sieg über die tief enttäuschte Rumänin Simona Halep die Liebelei mit ihrer Daphne bei einer romantischen Gondelfahrt im Botanischen Garten von Melbourne fort. In der Nacht hatte sie unzählige Glückwunschbotschaften erhalten. Zu diesem Zeitpunkt lag die unterlegene Halep nach dem 6:7 (2:7), 6:3, 4:6 in einem fast dreistündigen Krimi wegen Dehydrierung zur Behandlung im Krankenbett. ESPN postete ein Bild von Halep mit einer Infusion im linken Arm. Am Sonntagmorgen konnte die 26-Jährige wieder entlassen werden.

Ungeachtet dessen fand sich in der Tenniswelt kaum jemand, der Caroline Wozniacki den Titel nicht von Herzen gönnt. „Der Hammer, ich bin so glücklich“, schrieb Serena Williams: „Ich bin so stolz auf Dich, meine Freundin, so stolz.“ Der große Rod Laver, elfmaliger Majorsieger und Namensgeber der Finalarena in Melbourne, begrüßte Wozniacki im Klub der Grand-Slam-Champions. Viele Experten und in manchen Momenten auch sie selbst hatten an ihrer Tauglichkeit für diesen elitären Kreis bereits gezweifelt.

Wozniacki aber widerlegte mit dem Triumph alle Kritiker, die ihr das Potenzial für die ganz großen Titel abgesprochen hatten. Mit 19 Jahren war die Dänin an die Spitze der Weltrangliste gestürmt und hatte sich dort insgesamt 67 Wochen lang gehalten. Ab Montag ist sie wieder zurück, nach sechs Jahren, in denen ihr Leben gewaltig durchgeschüttelt worden war.

Erst verließ sie ihr Verlobter, der nordirische Golfer Rory McIlroy, kurz vor der Hochzeit, dann rauschte sie im Ranking verletzungsbedingt bis auf Platz 74. Doch bereits 2017 mit dem Triumph beim WTA-Saisonfinale bewies Wozniacki, „dass ich alle schlagen kann“. Nun ist auch der letzte Makel ihrer Karriere ausgemerzt, nie wieder muss sie sich den Vorwurf anhören, dass eine Spielerin ohne Grand-Slam-Titel zu Unrecht über allen anderen thront.

Federer kommen die Tränen

Roger Federer hat den nächsten Meilenstein seiner Karriere erreicht. Im Finale der Australian Open musste der Schweizer allerdings am Sonntag gehörig zittern, ehe er gegen den Kroaten Marin Cilic mit 6:2, 6:7 (5:7), 6:3, 3:6, 6:1 gewann und damit seinen 20. Grand-Slam-Triumph feiern durfte.

„Das Märchen geht nach dem unglaublichen letzten Jahr weiter“, sagte Federer mit dem Norman Brookes Challenge Cup im Arm. Kurz darauf brach seine Stimme und die Tränen liefen ihm die Wangen herunter. Es hätte keinen besseren Beweis dafür geben können, wie viel Federer auch dieser Erfolg bedeutet. (sid)