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Wühlerei aufgeklärt

Ein Freitaler rätselte, welches Tier seinen Garten nachts umgepflügt hat. Jetzt gibt es dank moderner Technik Gewissheit.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Tobias Winzer

Freital. „Wer gräbt nachts meinen Rasen um?“, diese Frage stellte sich Horst Fiehler Anfang September. An zwei aufeinanderfolgenden Nächten hatten unbekannte Tiere seinen Garten an der Burgwartstraße umgepflügt. Die Hälfte der rund 400 Quadratmeter großen Rasenfläche war umgewühlt. Die Sächsische Zeitung berichtete über den Vorfall. Waren das Wildschweine? Oder Waschbären? Oder gar andere Tiere? Nun ist das Rätsel gelöst.

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Die Sächsische Zeitung hatte den Jagdverband zu dem Fall befragt. Per Ferndiagnose wurden Frischlinge, also Wildschwein-Nachwuchs, als Ursache der Wühlerei vermutet. Der Grund für die Vermutung: Im Umkreis der Burgwartstraße treibt sich seit dem Frühjahr eine Bache mit mehreren Frischlingen herum. Fiehler wollte sich mit der Aussage aber nicht zufriedengeben und es genau wissen. Er installierte eine Überwachungskamera mit Bewegungsmelder in seinem Garten. Nachdem der Rasen erneut umgepflügt worden war, konnte Fiehler den Übeltäter anhand der Videobilder überführen. „Es war ein Dachs“, sagt er.

Eine ähnliche Beobachtung hat auch Hobby-Jäger Herbert Bergmann, der in der Siedlung am Osterberg wohnt, gemacht. Auch bei Nachbarn sei der Rasen umgewühlt worden. Der Dachs sei auf der Suche nach Würmern und Maden und sauge sie mit seinem Rüssel förmlich aus der Erde. Für die Spuren, die die Tiere dabei hinterlassen, haben die Jäger sogar einen eigenen Begriff: der Dachsstich.

Um dem Problem Herr zu werden, hat Fiehler Kontakt zum sogenannten City-Trapper, zu deutsch: Stadtjäger, aus Dresden aufgenommen. Seitdem steht eine Lebendfalle mit Futter als Köder in seinem Garten. Bislang hat es aber noch kein Tier in den Käfig gelockt. „Der Dachs scheint sehr schlau zu sein“, sagt Fiehler. „Offenbar findet er noch genügend Nahrung.“