Sport
Merken

Wunschspieler kommt von Paris zu RB

Christopher Nkunku wechselt von Paris Saint-Germain zu RB Leipzig. Für Trainer Julian Nagelsmann erfüllt sich damit ein Wunsch. Es soll nicht der letzte sein.

 4 Min.
Teilen
Folgen
Der für Paris spielende Christopher Nkunku (hinten) beim Ligaspiel gegen Racing Straßburg.
Der für Paris spielende Christopher Nkunku (hinten) beim Ligaspiel gegen Racing Straßburg. © Francois Mori/AP/dpa

Seefeld. Am Ende ging alles ziemlich schnell. Am Mittwoch absolvierte Christopher Nkunku seinen Medizincheck in Leipzig, den folgenden Vormittag trainierte der Franzose bereits das erste Mal mit seinen neuen RB-Teamkollegen in Seefeld. Im Tiroler Trainingslager, wo sich der sächsische Fußball-Bundesligist bis Samstag auf die neue Saison vorbereitet, stellte sich Nkunku nach dem Mittagessen auch öffentlich vor.

"Hierherzukommen ist für mich die richtige Entscheidung", sagte der 21-Jährige im Teamhotel, "hier kann ich mich entwickeln. Deswegen bin ich froh, dass ich jetzt da bin." Der U-21-Nationalspieler kommt vom französischen Meister Paris Saint-Germain, wo er von Thomas Tuchel trainiert wurde. Unter dem ehemaligen Coach von Borussia Dortmund kam der offensive Mittelfeldspieler allerdings nicht wie erhofft zum Zug. 29-mal lief er für den Hauptstadtclub auf, davon aber nur 13-mal in der Startelf.

Nkunku erhofft sich deshalb mit seinem Wechsel mehr Einsatzzeit. Leipzig sei dafür optional, sagte er, "Die Art und Weise, wie RB Fußball spielt, passt sehr gut zu mir." Nkunku unterschrieb bei den Leipzigern einen Vertrag, der bis zum 30. Juni 2024 gültig ist. Spekulationen zufolge, soll er 15 Millionen Euro gekostet haben.

Er habe mit Angreifer Jean-Kévin Augustin bereits in Paris zusammengespielt, berichtete Nkunku selbst. Die beiden RB-Abwehrspieler Dayot Upamecano und Nordi Mukiele kennt er aus der französischen U21-Nationalmannschaft. "Daher bin ich optimistisch, dass ich mir hier schnell einfinden kann." In Ibrahima Konaté spielt noch ein weiterer Franzose bei RB, zudem spricht der Malier Amadour Haidara französisch.

Mit der Verpflichtung des Franzosen kamen die Sachsen einem expliziten Wunsch ihres Chefcoaches Julian Nagelsmann nach einem "Spieler, der variabel einsetzbar ist" nach. Der 31-Jährige schwärmte über seinen Neuzugang: "Christopher kann im Mittelfeld außen, zentral als auch Stürmer spielen. Das ist ein Punkt, den ich unbedingt erfüllt haben wollte. Dass ich einen Spieler bekomme, der nicht so extrem auf eine Position fixiert ist."

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann wollte unbedingt einen variabel einsetzbaren Spieler.
Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann wollte unbedingt einen variabel einsetzbaren Spieler. © Ronny Hartmann/dpa

Nagelsmann begründete sein Anforderungsprofil mit der Art und Weise, wie voraussichtlich viele Gegner dem Vorjahresdritten in der kommenden Saison begegnen werden. "Man muss kein Hellseher sein, wenn wir davon ausgehen, dass wir in der Liga häufig gegen tiefstehende Gegner spielen werden, und wir dann manchmal Probleme haben werden, unsere große Stärke - Umschaltspiel und Pressing - zu kreieren", sagte der Coach. "Deshalb brauchen wir Spieler, die durch Eins gegen Eins neue Situationen kreieren können."

Neben dem 20 Jahre alten Österreicher Hannes Wolf und dem 18-jährigen Brasilianer Luan Candido ist Nkunku Leipzigs dritter Neuzugang in diesem Sommer. Weitere Spieler könnten noch folgen. Nagelsmann sagte, er gehe davon aus, "dass wir noch ein, zwei Spieler holen werden". Für welche Positionen, ließ er offen. Vieles deutet aber auf eine Verstärkung für den Abwehrbereich hin. Dort fällt Tyler Adams als Spieler für die zentrale Position vor der Viererkette seit fast drei Monaten wegen Beschwerden an den Adduktoren aus. "Weitere Zugänge hängen vom Zustand der Spieler ab", sagte Nagelsmann. "Wie verletzungsanfällig sind sie, beziehungsweise wie verletzt sind sie in der Vorbereitung. Da habe ich eher die Befürchtung, dass wir ein paar Verletzungen mit in die Saison schleppen. Da werden wir sicherlich noch etwas machen müssen."

Namen nannte er keine. Die Verhandlungen mit dem englischen U-21-Nationalspieler Ademola Lookman vom FC Everton sollen aber weit fortgeschritten sein. Wie aus dem Umfeld des Vereins zu hören ist, gehen die Gespräche über einen Transfer des Offensivspielers in die letzte Runde. Angeblich geht es um die Höhe der Transfersumme, die RB dem Vernehmen nach gern unter 20 Millionen Euro drücken würde. Lookman war schon einmal in Leipzig. In der Winterpause der Saison 2017/2018 kam er zur Leihe an den Cottaweg, schoss in elf Spielen fünf Tore und bereitete vier vor. Eine Quote, die der Club sich von Nkunku sicherlich auch erhofft. (dpa)