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Wunschzettel für die Feuerwehr

Ex-Ministerpräsident Stanislaw Tillich besuchte Großerkmannsdorf. Ein Thema bestimmte das Treffen.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

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Großerkmannsdorf. Gut gelaunt und gut informiert. – So präsentierte sich Stanislaw Tillich bei seinem Besuch in Großerkmannsdorf. Nach seinem Rückzug vom Ministerpräsidentenamt habe er jetzt mehr Zeit, sich die Orte in seinem Wahlkreis anzuschauen. „Eigentlich hätte ich ja in Kleinerkmannsdorf anfangen müssen, aber jetzt bin ich gleich hier, sagte er.

Dorfgemeinschaftshaus, Turnhalle oder Feuerwehrdepot – in Großerkmannsdorf ist in den vergangenen Jahren eine Menge bewegt worden. Ortsvorsteher Dr. Karl-Wilhelm Leege (Freie Wähler) dankte auch für die Summen, die in den Ort geflossen sind. Doch im Hinblick auf die Feuerwehr erwähnte er, dass es auch noch einiges zu verbessern gebe.

Nach der Frage des CDU-Landtagsabgeordneten, was das denn sei, war dann auch das große Thema der gut einstündigen Stippvisite gefunden. „Ich sehe große Probleme bei der Tageseinsatzbereitschaft auf uns zukommen“, sagte Karl-Wilhelm Leege. „Momentan ist sie noch gut. Viele der aktiven Kameraden scheiden aber in den nächsten Jahren aus dem Dienst aus. Das wird große Lücken hinterlassen.“ Bei der Jugendfeuerwehr machen zwar 20 Mädchen und Jungen mit, doch bis sie nachrücken, dauere es noch einige Zeit. „Das Problem sind die mittleren Jahrgänge, da fehlen uns einfach Leute.“

Feuerwehr entlasten

Der Ortschef schlug Tillich gleich mehrere Verbesserungen vor. So sollten die Aufgaben zwischen Polizei, kommunalen Ordnungsdienst und Feuerwehr besser verteilt werden. „Es kann doch nicht sein, dass Feuerwehrleute für Absperrmaßnahmen, Aufräumarbeiten oder die Beseitigung von Ölspuren eingesetzt werden. Die Feuerwehr könnte so etwas entlastet werden.“

Der Ex-Ministerpräsident stimmte ihm zu. „Kommunale Ordnungskräfte könnten in einigen Bereichen mehr tun. Das ist auch meine Meinung.“ Zweiter Vorschlag, um auch künftig die Tageseinsatzbereitschaft gewährleisten zu können, ist für Leege eine bessere Entschädigung der Feuerwehrleute, beispielsweise eine zusätzliche Rente für die aktive Zeit. „Das haben wir uns schon angesehen, aber wieder verworfen. Dazu muss viel Geld eingezahlt werden und am Ende kommen nur wenige Euro für den Einzelnen heraus. Das ist nicht effektiv.“ Daher seien bereits die Prämien bei Ehrungen angehoben worden. Auch gab es von den Erksdorfern den Vorschlag, die Aufwandsentschädigungen der Feuerwehrleute von der Steuer zu befreien. Auch diesen Hinweis fand Tillich attraktiv. „Wir haben vor einiger Zeit ein Treffen von ehrenamtlichen und Steuerfachleuten organisiert. Das könnten wir wiederholen.“

Verhaltene Reaktion

Verhalten war seine Reaktion auf den Wunsch, Fördergeld auch für die Innensanierung des Schulgebäudes der Evangelischen Grundschule zur Verfügung zu stellen. „In erster Linie muss der freie Träger für den Betrieb sorgen. Der Staat sollte sich vor allem um die im Schulnetzplan festgelegten Einrichtungen kümmern“, sagt er. Nach den Prognosen würden in den Jahren 2022/23 die Schülerzahlen wieder zurückgehen. „Wir müssen aufpassen, dass dann nicht viele Räume für wenige Kinder da sind.“

Das dritte von den Großerkmannsdorfern angesprochene Problem betrifft die Trauerhalle im Ort. „Sie kann nicht in Ordnung gebracht werden, da das kommunale Gebäude auf Land steht, was der Kirche gehört.“ Für Stanislaw Tillich ist das ein örtliches Problem. „Nach meinem Eindruck müssten sich Kommune und Kirche an einen Tisch setzen. Vielleicht gibt es die Möglichkeit eines Flächentausches.“ Etliche Anregungen, aber keine konkreten Zusagen. Das ist das Fazit des Besuches in Großerkmannsdorf. Die Aufforderung des Landtagsabgeordneten, bei Problemen ihn einfach anzurufen, werden die Großerkmannsdorfer aber gerne gehört haben.