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Wurzen sucht Rat in Bautzen

Zwei Städte - gleiches Problem: In Wurzen gibt es wie in Bautzen Konfrontationen zwischen Flüchtlingen und Deutschen. Die OBs setzen auf Erfahrungsaustausch. Bautzens Rathauschef ist überzeugt, helfen zu können.

© Archivfoto: SZ

Bautzen. Wurzen und Bautzen, zwei Städte mit dem gleichen Problem: Nach den Auseinandersetzungen zwischen Asylsuchenden und Einheimischen vor wenigen Wochen steht das westsächsische Wurzen im medialen Fokus, zeigt sich die Stadtgesellschaft zudem gespalten. Eine Situation, mit der sich Bautzen seit den Krawallen auf dem Kornmarkt im September 2016 konfrontiert sieht. Der Wurzener Oberbürgermeister Jörg Röglin strebt deshalb jetzt ein Treffen mit seinem Bautzener Amtskollegen Alexander Ahrens (SPD) an – um von den Erfahrungen an der Spree zu lernen.

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„In Bautzen gab es ähnliche Probleme. Die Stadt hat zusätzliche Streetworker eingesetzt. Aus einem ersten Gespräch mit Bürgermeister Ahrens weiß ich, dass damit gute Erfahrungen gemacht wurden“, erklärt Jörg Röglin, der zudem darauf hofft, auch Hinweise für eine bessere Zusammenarbeit mit der Polizei zu erhalten. Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens bestätigte inzwischen das anberaumte Treffen, das demnach für Ende Februar geplant ist. „Die Vorfälle erforderten konsequentes Handeln, unabhängig von Herkunft und Motivation“, sagt Alexander Ahrens. Einerseits sei mit mehr Polizei für mehr Sicherheit im Zentrum gesorgt worden, zugleich habe die Stadt zur Prävention zwei Streetworker-Stellen geschaffen. „Die Erfahrungen der Stadt Bautzen können in Wurzen sicherlich ebenfalls helfen“, glaubt Oberbürgermeister Alexander Ahrens.

Einig sind sich die Politiker auch in der Frage, wie die Spaltung in beiden Städten überwunden werden kann. „Auch vor Ort wird es einen Austausch geben müssen“, so der Wurzener OB Jörg Röglin. Alexander Ahrens ist überzeugt, dass „nur durch längere Kommunikationsprozesse die empfundene Spaltung in der Gesellschaft überwunden werden kann“. Es müsse, so der OB weiter, auch der Austausch mit denen gesucht werden, „die ganz anderer Meinung sind als man selber.“

Zunächst ist zwischen den beiden Oberbürgermeistern nur ein Treffen vorgesehen. „Eine Fortsetzung ist aber durchaus vorstellbar. Alles, was beiden Städten nutzt, hat natürlich Chancen auf eine Fortführung“, sagt Alexander Ahrens. (SZ/sko)