merken

Zahl der Grippefälle steigt weiter

Die Erkältung geht um. Schon 635 Influenzafälle sind im Kreis gemeldet. Manche Ärzte raten weiter zur Schutzimpfung.

© dpa/Maurizio Gambarini

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia, Jana Ulbricht und Tina Soltysiak

Anzeige
Gestresste Männerhaut ade

Statt Socken: Verschenken Sie den Geheimtipp für natürlich gepflegte Männerhaut.

Gut, dass jetzt Ferien sind! Weil Schüler und Lehrer zu Hause bleiben und viele Eltern Urlaub haben, können sich die Grippeviren nicht mehr ganz so schnell verbreiten. Und gut auch, dass es gerade so schön sonnig, trocken und knackekalt ist. Auch das mögen die Viren nicht so gerne. Dennoch: Die gefährlichen Influenzastämme sind weiter auf dem Vormarsch. Die Arbeitsgemeinschaft beim Robert-Koch-Institut, die die Grippewelle bundesweit beobachtet und analysiert, hat für den Landkreis Meißen im Moment eine „deutlich erhöhte“ Virenaktivität ausgemacht.

Das lässt sich auch an den Erkrankungszahlen ablesen. Seit Januar wurden dem Landratsamt 635 echte Virusgrippe-Fälle gemeldet, darunter 44 mit Krankenhausaufenthalt. Grippetote gibt es zum Glück noch nicht. Dabei dürfte die Dunkelziffer der Erkrankungen höher liegen, weil nicht jeder Patient tatsächlich auf die Grippe-Viren untersucht wird. „Wir erwarten in den kommenden Wochen einen weiteren Anstieg der Erkrankungsfälle“, sagt der stellvertretende Amtsarzt Detlef Hammitzsch. Noch sei der Höhepunkt der Welle vielleicht nicht erreicht.

Impfen im Amt kostenlos

Von der Dramatik des letzten Winters ist der Kreis dennoch ein großes Stück entfernt. Vor einem Jahr um diese Zeit waren fast doppelt so viele Menschen an der echten Virusgrippe erkrankt, Einrichtungen standen unter Quarantäne. Uneinigkeit besteht unter den Fachleuten, ob es für eine Schutzimpfung nicht schon zu spät ist. Denn die Wirkung der Impfung tritt erst nach reichlich zwei Wochen ein. Das Gesundheitsamt empfiehlt sie weiter. Damit werde das Ansteckungsrisiko verringert. Vor allem chronisch Kranke sowie Kinder und ältere Menschen sollten sich impfen lassen, und zwar nur mit dem Vierfachimpfstoff, der Schutz vor zwei Influenza-A- und zwei Influenza-B-Stämmen bietet. Es hatte sich herausgestellt, dass der von den Krankenkassen bevorzugte Dreifachschutz diesmal nicht den Virenstamm enthält, der aktuell besonders aktiv ist. Der Vierfachimpfstoff enthält diesen B-Stamm jedoch. Deshalb wird im Gesundheitsamt ausschließlich diese Impfung verwendet. Für eine kostenfreie Impfung sei allerdings die Begründung des Hausarztes notwendig, begründet Detlef Hammitzsch.

Zur Vorbeugung empfehlen Ärzte, geschlossene Räume drei- bis viermal täglich für jeweils zehn Minuten zu lüften. „Dadurch wird die Zahl der Viren in der Luft verringert und ein Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute verhindert“, heißt es vonseiten der Gesundheitsämter. Hände sollten für etwa 30 Sekunden mit Seife gewaschen werden. Außerdem sollten die Hände vom Gesicht ferngehalten werden, weil gerade im Bereich Mund, Augen und Nase Viren von den Händen über die Schleimhäute in den Körper gelangen.

In Schönfeld wird in der Arztpraxis Lenk keine Schutzimpfung mehr empfohlen, denn die Zeit bis zum Wirksamwerden sei zu lang, so Dr. Siegfried Lenk. Das Sprechzimmer ist aber voll, der Schönfelder vertritt derzeit den Lampertswalder Allgemeinarzt Dierk Bade. „Wir hatten schon einige schwere Virusgrippefälle mit Einweisung ins Krankenhaus“, sagt Dr. Lenk.

Erkältung oder Magen-Darm

In Zabeltitz vertritt Dr. Iris Lamm derzeit auch die Praxis Mrosk mit. Auch hier sitzen die meisten Patienten mit Grippesymptomen im Wartezimmer, ebenso wie bei Karsten Nitsche in Kalkreuth, wo etwa 80 Prozent gegen Erkältung behandelt werden müssen – „der Rest hat Magen-Darm“, so eine der Schwestern. In Kalkreuth wird allerdings noch gegen Virusgrippe geimpft.

Da die Grippewelle derzeit überall in Europa grassiert, kann man auch im Urlaub davon heimgesucht werden. Viele EU-Staaten würden über überdurchschnittlich viele Krankenhausaufenthalte infolge von Grippeerkrankungen berichten, heißt es aktuell beim europäischen Gesundheitskommissar. Jedes Jahr sterben 40 000 Menschen in Europa frühzeitig durch Komplikationen, die mit dem Ausbruch einer Grippe in Verbindung stehen.