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Zahl der Obdachlosen in Sachsen steigt

Die meisten verlieren wegen Mietschulden die Wohnung. Es gibt aber auch andere Gründe.

Von Thilo Alexe

Dresden. Immer mehr Menschen in Sachsen haben keine Wohnung. Die Liga der freien Wohlfahrtsverbände konstatiert einen Anstieg der Obdachlosigkeit. „Die Zahlen sind deutlich höher als die zuletzt von der Regierung veröffentlichten“, sagte Ines Vogel von der Liga der SZ. Seit dem Jahr 2008 erfasst Sachsen von sich aus die Anzahl der Obdachlosen nicht mehr. Diesen Angaben zufolge lebten damals 1.182 Sachsen ohne Wohnung. Allein im vergangenen Jahr registrierte die Diakonie in ihren zehn Beratungsstellen 2.268 Ratsuchende, von denen mehr als die Hälfte obdachlos war.

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Die anderen Hilfesuchenden waren demnach gefährdet, ihre Wohnung zu verlieren. „Auch Einrichtungen anderer Wohlfahrtsverbände wie etwa von der Caritas und der Arbeiterwohlfahrt berichten von steigenden Fallzahlen“, sagte Vogel. Demnach dürften deutlich mehr als die 1.182 zuletzt erfassten Sachsen obdachlos sein. Einen Anstieg der Obdachlosigkeit auf mehr als 1.500 Betroffene hatte die Staatsregierung bereits im Jahr 2009 ausgewiesen, allerdings dazu keine eigenen Daten erhoben.

In ihrem aktuellen Bericht erfasst die Diakonie auch die Gründe für Wohnungslosigkeit im Freistaat. Bei mehr als einem Drittel der Betroffenen waren Mietschulden ausschlaggebend. In 13 Prozent der Fälle führten Trennungen zum Verlust der Wohnung. Drei Viertel der Ratsuchenden hatte keinerlei Arbeit.

Angesichts steigender Mieten warnt die Liga, zu der auch das Rote Kreuz zählt, vor einer weiteren Verschärfung der Lage. „Die Tendenz steigender Fallzahlen in den Beratungsstellen setzt sich auch 2012 fort“, sagte Vogel. Die Landtagslinke fordert eine Berichterstattung durch das Sozialministerium. Das aber verweist auf die Zuständigkeit der Kommunen.