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Zahl der Sachsen mit mehreren Jobs steigt

Für immer mehr Beschäftigte reicht das Einkommen aus einem Job nicht mehr aus.

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© Symbolfoto: Stefan Sauer

Zwickau. In Sachsen nimmt die Zahl der Beschäftigten mit mehreren Jobs zu. Seit 2003 habe sich ihre Zahl mehr als verdoppelt, erklärte die Zwickauer Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke). Von 2003 bis Mitte 2019 sei die Zahl Betroffener von 41.180 auf 91.724 gestiegen: "Für immer mehr Beschäftigte reicht das Einkommen aus einem Job nicht mehr aus. Der überwiegende Teil dürfte aus purer finanzieller Not mehr als einen Job haben und nicht freiwillig."

Zimmermann ist die Arbeitsmarktexpertin der Linken im Bundestag und fragt Daten zu diesem Thema regelmäßig im Parlament ab. Sie verwies auf eine im Vorjahr erschienene Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Demnach sind für 53 Prozent der Befragten finanzielle Schwierigkeiten beziehungsweise Nöte ausschlaggebend für die Nebentätigkeit. 24 Prozent konnten keine Vollzeitstelle finden und nahmen daher die Nebentätigkeit auf, um finanziell aufzustocken.

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Untätigkeit der Landesregierung

In Sachsen wurde 2019 in den meisten Fällen (71.643) ein regulärer Job mit einer zusätzlichen geringfügigen Beschäftigung kombiniert. 13.713 Frauen und Männer hatten zwei sozialversicherungspflichtige Jobs. Eine dritte Variante ist die Ausübung von zwei geringfügigen Beschäftigungen. Manche Leute haben aber einen regulären und zwei Mini-Jobs.

Zimmermann bekräftigte Forderungen ihrer Partei. Die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro pro Stunde sei ein erster Schritt. "Es bedarf aber weiterer Maßnahmen, unter anderem die Abschaffung der systematischen Niedriglohnbeschäftigung in Form der Leiharbeit und von sachgrundlosen Befristungen. Minijobs müssen in sozialversicherungspflichtige existenzsichernde Beschäftigung überführt werden."

"Arbeit, von der man leben kann, ist das Maß der Dinge. Dafür muss die Bundesregierung die Voraussetzungen schaffen", betonte Zimmermann abschließend. Aber auch die sächsische Landesregierung müsse "endlich ihre Untätigkeit beenden und spürbare Maßnahmen im Kampf gegen die in Sachsen besonders stark verbreiteten Niedriglöhne ergreifen." (dpa)

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