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Zahnpflege von klein auf 

Milchzähne sind wichtig – nicht nur zum Abbeißen, Kauen und als Platzhalter für die bleibenden Zähne.

© proDente e. V. (Symbolfoto)

Mit Ungeduld erwarten viele junge Eltern den Durchbruch des ersten Zähnchens bei ihrem Baby. Und wenn es dann so weit ist, präsentieren sie es stolz den Großeltern, anderen Verwandten und Freunden. Diese Euphorie sollte auch anhalten, wenn es um die Pflege der Zähne geht. Denn intakte Milchzähne sind die beste Voraussetzung für ein gesundes bleibendes Gebiss.

Zähne helfen beim Sprechen

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Irgendwann fallen Milchzähne wieder aus. Also sind sie nicht sonderlich wichtig – so ein Irrglaube, der immer noch nicht überwunden ist. Zum einen dienen die Milchzähne natürlich der Kaufunktion und als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Zum anderen aber kann ein Kind nur mit einem intakten Milchgebiss lernen, richtig zu sprechen. Dies wiederum ist wichtig, damit es eine gesunde psychosoziale Entwicklung erfährt. Die Zähne unterstützen uns dabei, Laute zu bilden und Worte korrekt zu formen. Stehen sie schief oder fehlen Zähne, ist dies nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern kann die Aussprache ganz erheblich stören. Denn rund zwei Drittel aller Konsonanten und Vokale können wir nur dann korrekt bilden, wenn Lippen, Zunge, Gaumen und Zähne problemlos zusammenspielen. Anderenfalls können Sprachstörungen wie etwa das Lispeln eintreten. „Zudem können vorzeitig verloren gegangene Zähne zu einem falschen Durchbruch der bleibenden Zähne führen. Es besteht die Gefahr, dass die Lücke für den bleibenden Zahn durch Wanderung der benachbarten Zähne eingeengt wird“, erklärt Dr. Thomas Breyer, Vizepräsident der Landeszahnärztekammer Sachsen und praktizierender Zahnarzt in Meißen. Milchzähne spielen also eine wichtige Rolle bei der richtigen Sprach-, Gebiss- und Kieferentwicklung genauso wie beim körperlichen Wohlbefinden und der sozialen Integration.

Putzen in der Kita ist wichtig

Je jünger die Kinder sind, desto mehr Anleitung und Unterstützung brauchen sie beim Zähneputzen. Es heißt also: üben, üben, üben. Die Eltern können hierbei auf den natürlichen Spiel- und Lernwillen der Kleinen setzen. So kann das Lieblingskuscheltier beim Putzen helfen, oder zwischendurch können Zielweitspucken und ein lustiges Lied für Abwechslung beim Lernen sorgen. Aber nicht nur die Eltern sind gefragt. Denn die meisten Kleinen besuchen eine Kita oder werden von einer Tagesmutter betreut. Sie befinden sich mehrere Stunden pro Tag in der Obhut der Kindereinrichtung und erhalten dort auch eine Hauptmahlzeit und bis zu zwei Zwischenmahlzeiten. In dieser Zeit sind die Eltern außen vor und können sich nicht kümmern. „Deshalb sollten in den Kitas Mundhygiene und Zahnprophylaxe zum Tagesablauf gehören. Denn nur durch die Regelmäßigkeit wird für die Kinder das Zähneputzen zur Selbstverständlichkeit und Routine“, sagt Dr. Breyer. „Hinzu kommt, dass es auch Familien gibt, in denen die Eltern keine Vorbildrolle bei der Mundhygiene spielen und die Zahnpflege einen nur geringen Stellenwert hat. Gerade diese Kinder können in der Gemeinschaft lernen, wie wichtig das Thema Zahngesundheit ist – und werden nach einer Weile auch von sich aus zu Hause zur Zahnbürste greifen, selbst wenn die Eltern das Zähneputzen nicht aktiv unterstützen.“ Manche Kindereinrichtungen beklagen, dass es schwierig sei, das tägliche Zähneputzen in die Praxis umzusetzen. Es fehle an Personal, die Waschräume seien zu klein, oder die Kleinen würden Bürsten und Becher vertauschen. Aber Erfahrungen aus anderen Kitas zeigen, dass auch diese Hindernisse überwunden werden können. So können größere Gruppen aufgeteilt werden, und die Kinder gehen nach und nach zum Zähneputzen. Während eine Gruppe am Waschbecken ist, singt die andere ein Zahnputzlied oder sagt einen Reim auf. Oder: Ältere Kinder können den Kleineren behilflich sein, und eine bebilderte Zahnputzanleitung über den Waschbecken ruft alle Schritte noch einmal in Erinnerung. Und bunte Sticker mit Blumen und Tieren auf den Putzutensilien verhindern die Verwechslungsgefahr. (Sylvia Schmidt)