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Radeberg

Zapfenstreich bei Fackelschein

Am Freitag spielt der Spielmannszug die historische Sachsenhymne. Der Radeberger Marktplatz ist dabei festlich beleuchtet. 

Die Musiker des Radeberger Spielmannszuges werden Uniformen nach historischem Vorbild tragen.
Die Musiker des Radeberger Spielmannszuges werden Uniformen nach historischem Vorbild tragen. © Spielmannszug

Die Sachsenhymne ist einstudiert, die Uniformen sind frisch gebügelt, selbst Fackeln und Kesselpauken sind organisiert: Seit Wochen feilen die Radeberger Spielleute an einem ganz besonderen Geschenk zum 800-jährigen Jubiläum ihrer heimatlichen Bierstadt. Sie werden am Freitag den historischen Sächsischen Zapfenstreich erklingen lassen und damit den Radeberger Marktplatz verzaubern.

Mit dem kurfürstlich-sächsischen Musikstück, das bereits August der Starke im 18. Jahrhundert erstmalig erklingen ließ, wird am späten Freitagabend nicht nur sächsische Musikgeschichte zum Leben erweckt. „Auch für das passende Ambiente ist bereits gesorgt. Denn traditionellerweise findet ein Zapfenstreich im Dunkeln statt, lediglich Fackeln bescheinen das Zeremoniell. Und so wird man aus gegebenem Anlass auch in Radeberg die Straßenbeleuchtung ausschalten, wenn der Spielmannszug dem Stadtjubiläum alle Ehre erweist“, teilt Tom Thiele vom Spielmannszug mit. Historische Musik im Fackelschein, das ist auch für die Radeberger Spielleute etwas ganz Neues. Schon die musikalische Gestaltung des Abends ist eine echte Premiere. Denn der Verein selbst hat die Melodien, die teilweise der Feder Felix Mendelssohn Bartholdys entstammen, eigenhändig und erstmals für Spielleute arrangiert. Auch die Sachsenhymne, die die Melodie der wohl bekannteren Nationalhymne des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland hat, wird erstmalig aus den Instrumenten eines Spielmannszuges zu Gehör gebracht. Und auch die Liebhaber schmetternder Hörnerklänge werden voll auf ihre Kosten kommen. So bestehen große Sequenzen des Zapfenstreiches aus den Signalen königlich-sächsischer Jägertruppen aus der Zeit um 1810.

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Jahrzehntelang galt das Musikstück als vergessen. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges waren die Originalnoten des Sächsischen Zapfenstreichs verschwunden. Erst die Rekonstruktion durch Landesmusikdirektor Werner Kunath ermöglichte 1994 auf dem Leipziger Marktplatz eine Wiederaufführung. „ Vereinsmitglied Daniel Vieluf hat den sächsischen Zapfenstreich jetzt erstmals für einen Spielmannszug arrangiert. Die Besucher können sich in Radeberg auf wunderbaren Hörnerklang, Paukenrufe und feierliche Choralmelodien freuen“, sagt Tom Thiele.

Für die eindrucksvolle Umsetzung wurde sogar auf sonst für Spielleute unübliche Instrumente wie große Kesselpauken zurückgegriffen. Nicht umsonst sind die Mitglieder des Vereins seit Wochen am Proben, zuletzt sind sogar Stadionproben für den Ablauf im Außenbereich angesetzt. Schließlich soll am kommenden Freitagabend alles am richtigen Ort sein, wenn die Formation zum historischen Sächsischen Zapfenstreich lädt.

Neben den 50 Musikern werden auch Fackelträger, ein historisches Zelt, Ausschank und altsächsische Gewänder den Marktplatz der Bierstadt bevölkern. Eine echte Zeitreise also, die am Freitag, dem 11. Oktober ab 20 Uhr auf dem Radeberger Marktplatz beginnen soll. Herzlich eingeladen sind alle Radebergerinnen, Radeberger und Gäste, der Eintritt ist frei. (SZ)