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Zastrow bekommt Hofewiese

Sieben Kandidaten bieten für die marode Immobilie in der Dresdner Heide. FDP-Politiker Holger Zastrow legte mit 60 000 Euro das höchste Gebot vor und erhält den Zuschlag. Doch die Zukunft des Lokals bleibt weiter ungewiss.

© Willem Darrelmann

Dresden. Nur Grünen-Stadträtin Kerstin Harzendorf enthielt sich gestern bei der Entscheidung des Verwaltungsausschusses, die Hofewiese für 60 000 Euro an Zastrow zu verkaufen. Die wollte von Bürgermeister Winfried Lehmann (CDU) wissen, was die untere Naturschutzbehörde dazu sagt. „Schließlich wird hier ein Stück Landschaftsschutzgebiet verkauft.“ Lehmann wusste es nicht. „Aber Eigentum verpflichtet.“

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Immerhin konnte Zastrows Fraktionskollege Franz-Josef Fischer beispringen: „Herr Zastrow weiß, dass es eine Menge Auflagen geben wird. Nach dem Kauf kann er seine Pläne einreichen und alles wird geprüft. Es steht noch lange nicht fest, ob alle geplanten Vorhaben umsetzbar sind.“

Zastrow erhielt im Ausschuss Zustimmung von allen Fraktionen, also Linken, SPD, CDU, AfD, FDP und Grünen, außer von Harzendorf – aber ihre Fraktionschefin Christiane Filius-Jehne stimmte mit zu. „Das ist der Startschuss, dass die Hofewiese revitalisiert werden kann“, so CDU-Stadtrat Hans-Joachim Brauns. Der Verkauf sei der erste positive Schritt nach einer langen Zeit voller Probleme. Das finde die CDU gut.

Laut Verkehrswertgutachten ist die Hofewiese samt etwa 10 000 Quadratmetern Grundstück gerade einmal einen Euro wert. Das spricht für den desolaten Zustand. Nicht nur der lange Leerstand und stehendes Grundwasser im Haus machten der Immobilie zu schaffen. Vor der Räumung wurden Leitungen herausgerissen, das Kupfer offenbar verkauft, offenes Feuer beschädigte mehrere Zimmer und auch die historische Deckenmalerei im Gastraum der ehemaligen Wirtschaft.

Für das Objekt haben sieben Personen mitgeboten. Zastrow legte mit 60 000 Euro die höchste Summe auf den Tisch. Er will auf jeden Fall die Ausflugsgaststätte wieder eröffnen. Seine weiteren Pläne und wie viel er in das Projekt investieren will, verriet er noch nicht. Vielleicht will er auch erst die Unterzeichnung des Kaufvertrags mit der Stadt abwarten. Er war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Auf jeden Fall müssen die denkmalgeschützten Bereiche wie die historische Decke wiederhergestellt werden. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Hofewiese 1547, die erste offizielle Schankkonzession gab es 1877, zu DDR-Zeiten betrieb die HO die Gaststätte, ab 1985 nur als Kiosk. Von 1993 bis 2000 gab es den letzten Pächter.