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Zastrow bleibt Chef

Die sächsische FDP setzt auf Kontinuität und bestätigt ihren Vorsitzenden. Doch gegen seinen Herausforderer gewinnt er nur knapp.

© dpa

Von Thilo Alexe

Der Dresdner Unternehmer Holger Zastrow bleibt Chef der sächsischen FDP. Bei einem Parteitag in Glauchau erhielt der 48-Jährige 127 von 240 Stimmen. 101 Delegierte stimmten für den Herausforderer Robert Malorny. Zastrow ist seit 1999 Vorsitzender der Liberalen in Sachsen, damit dürfte er zu den dienstältesten Pareichefs in Deutschland zählen.

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In einer einstündigen Rede hatte Zastrow die Delegierten auf seine Seite gebracht. Neben nachdenklichen Tönen und dem Appell, Populismus mit Sachlichkeit zu kontern, setzte Zastrow auch auf Kritik am Staat und an Bürokratie. „Ich brauche keinen Staatsrollator, ich kann selber laufen“, rief er in den Saal. „Wir werden die deutsche Krämerseele so richtig angreifen“, fügte Zastrow hinzu. Zudem forderte er mehr Gründergeist für Sachsen und Deutschland. Als Motto gab er aus: „Nicht erben, sondern selber gründen.“

Malorny, der Maschinenbauingenieur ist, hatte allerdings ebenfalls einflussreiche Unterstützer. In einer Debatte sprachen sich mehrere Redner für einen Neuanfang aus. Zudem forderten sie eine stärkere Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen. Die FDP dürfe nicht nur als Steuersenkungspartei wahrgenommen werden.

Die Liberalen sind ganz offensichtlich gespalten. In der Aussprache berichtete Malorny von Hasstiraden gegen ihn und nächtlichen Anrufen, nachdem er seine Kandidatur öffentlich gemacht hatte. Malorny ist Direktkandidat für den Bundestag in Dresden.