Merken

Zastrow ruft die FDP zur Ruhe auf

Mit Gelassenheit und Ruhe will Sachsens FDP-Chef dem Umfrage-Tief seiner Partei begegnen. Statt typischer Selbstzerfleischungsrituale sollte die Partei nüchtern die Fehler analysieren und daraus lernen.

Teilen
Folgen

Dresden. Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow hat seine Partei im Umfrage-Tief zu Ruhe und Gelassenheit aufgerufen. „Wer jetzt wild um sich schlägt und hektisch strampelt, wird am Ende nie das Ufer erreichen“, sagte er am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Anstatt in die typischen Selbstzerfleischungsrituale zu verfallen und wieder einmal den politischen Untergang herbeizureden, sollte die FDP „selbstkritisch aus Fehlern lernen, kühl und nüchtern analysieren und in die Kraft ihrer Ideen vertrauen“. In der aktuellen Forsa-Umfrage fiel die FDP auf drei Prozent. In der Partei mehrten sich Forderungen an Guido Westerwelle, den Parteivorsitz zu räumen.

Zastrow erinnerte an schlechte Umfragewerte der sächsischen Liberalen. „Schlechte Umfragen sind nur eine Momentaufnahme und kein Wahlergebnis. Aber sie sind eine Bewährungsprobe, in der die Partei beweisen muss, dass sie nicht nur in guten Zeiten, sondern auch in schlechten Zeiten steht und fair zusammenhält“, sagte Zastrow: „Wir brauchen mehr Gelassenheit bei der Bewertung von Umfragen und mehr Souveränität im Umgang mit öffentlicher Kritik und Widerständen. Abgerechnet wird zum Schluss, am Wahltag. Die Situation ist zu meistern“, machte der sächsische Partei- und Fraktionschef den Liberalen Mut.

„Wenn wir die Zeit zwischen den Jahren für Debatten nutzen, dann sollten wir darüber sprechen, wie wir die ersten guten Ergebnisse unserer Regierungsarbeit besser rüberbringen und welche politischen Vorhaben wir 2011 umsetzen werden.“ Die Berliner Koalition habe sich in den vergangenen Monaten gefangen und ordentliche Ergebnisse geliefert, so Zastrow. Der Streit des ersten Halbjahres sei vorbei. Seit Ende der Sommerpause laufe es für die FDP spürbar besser, auch wenn es bis zu steigenden Umfragewerten noch etwas dauern werde. „Diesen zarten Aufschwung dürfen wir uns nicht durch unangemessene und unverantwortliche Personaldebatten kaputt machen.“ Einen Sonderparteitag unterstütze die FDP Sachsen nicht. (dpa)