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Zaun um die Ruine des Geisinghofs

Während sich in Geising mancher mehr erhofft hat, ist ein Nachbarort schon weiter.

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© Egbert Kamprath

Von Maik Brückner

Geising. Endlich! Der Besitzer des Geisinghofes hat reagiert. Was viele in Geising mit Wohlwollen beobachtet haben, hat Ortsvorsteher Silvio Nitschke (Wählervereinigung Geising) nun schriftlich bekommen. Die Bemühungen des Altenberger Ordnungsamtes haben Früchte getragen. Der Geisinghof, ober besser dessen Ruine, wurde mit Bauzäunen abgesperrt. Ein ungehinderter Zugang zu dem Gebäude ist nun nicht mehr möglich, sagt Nitschke. Der Besitzer der Immobilie ist nach schriftlicher Aufforderung der Stadtverwaltung seinen Sicherungspflichten nachgekommen.

Die Tage des früheren Liebenauer Gasthofes sind gezählt.
Die Tage des früheren Liebenauer Gasthofes sind gezählt. © Archivfoto: Egbert Kamprath

Dass dies später als gefordert passierte, hatte wohl praktische Gründe, zitiert Nitschke aus einem Schreiben des Ordnungsamtes. Der Geisinghof-Besitzer hatte offenbar Probleme, eine Firma zu finden, die ihm einen Bauzaun bereitstellt. Nun habe er sie gefunden und das Gebäude gesichert. Das steht unweit der Hauptstraße und gammelt trotzdem weiter vor sich hin. Die Folgen des jahrelangen Leerstandes sind schon lange sichtbar. Mehrere Fenster sind kaputt, einige Türen sind vernagelt. Aus den Dachrinnen wachsen Birken und seit einigen Wochen klafft ein Loch im hinteren Dachteil. Dieser Verfall und die fehlende Absicherung boten einem Geisinger Anlass, bereits Mitte Oktober in der Altenberger Stadtratssitzung auf den Zustand hinzuweisen und sich danach zu erkundigen, wie dem abgeholfen werden kann. Das ist nun geschehen. Doch vollends zufrieden sind Nitschke und die anderen Geisinger nicht. Schließlich geht der Verfall des Gebäudes weiter. Und die Geisinger werden weiter zuschauen müssen, wie ihr einstiges Schmuckstück weiter verkommt. „Ich hätte mir gewünscht, dass das Gebäude abgerissen wird“, sagt Nitschke.

Kein Einzelfall. Ähnliche Wünsche gibt es auch in anderen Orten im Osterzgebirge. Doch fast immer dauert es lange, bis Ruinen an prominenter Stelle fallen. Das kann auch Volkmar Kadner bestätigen. Der frühere Bürgermeister von Liebenau hat auch so eine im Ort. Auch diese kennt fast jeder. Sie steht am Autobahnzubringer A17-Altenberg direkt am Kreisverkehr und war früher der Dorfgasthof. Von außen sieht das Gebäude noch passabel aus. Doch innen ist der Verfall deutlich zu erkennen. Schließlich steht das Haus seit 19 Jahren leer. Um das Gebäude als Gasthof zu nutzen, müsste viel investiert werden.

Doch weit und breit ist kein Investor zu sehen. Kadner glaubt auch nicht, dass je einer kommen wird. Deshalb nahm die Teilnehmergemeinschaft Ländliche Neuordnung Liebenau, die sich um die Dorfgestaltung bemüht und in der alle Liebenauer Grundstückseigentümer organisiert sind, Kontakt zur Eigentümerin auf und verhandelte. „Wir waren erfolgreich“, sagt Kadner, der auch Vizechef der Gemeinschaft ist. Nach eineinhalb Jahren Verhandlungen konnte diese das Haus kaufen. Nun bemüht sie sich beim Landratsamt um Fördermittel. Denn der Abriss und die Neugestaltung werden nach ersten Schätzungen rund 85000 Euro kosten. Kadner nahm mehrere Anläufe. Nun ist er zuversichtlich: „Es sieht gut aus“, sagt er. Wenn alles klappt, dann könnte der Abriss noch in diesem Winter beginnen.