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Zehn auf einen Streich

Haussanierungen, Neubauten, Parkanlagen: Die Stadt Görlitz baut dieses Jahr überall. Doch auch der Landkreis macht mit.

© Reiner Hentschel

Von Ingo Kramer

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Die Mieter der Hugo-Keller-Straße und die Behördenmitarbeiter in der Jägerkaserne sind derzeit klar im Vorteil: Aus den oberen Etagen können sie beobachten, wie die neue Sporthalle wächst. „Eine Baustelle hinter der historischen Kasernenmauer, aufgenommen aus der Vogelperspektive“, schreibt SZ-Leser Reiner Hentschel zu seinem oben stehenden Foto, das er in den Morgenstunden des 30. Januar aufgenommen hat. Und Hentschel hat recht: Die Baustelle liegt tatsächlich hinter der Mauer verborgen, Passanten der Hugo-Keller-Straße können sie nur erahnen.

Die ehemalige Synagoge an der Otto-Müller-Straße wird bereits für Veranstaltungen genutzt. Der letzte Bauabschnitt bei der Sanierung soll im Juli starten und bis Ende 2019 geschafft sein.
Die ehemalige Synagoge an der Otto-Müller-Straße wird bereits für Veranstaltungen genutzt. Der letzte Bauabschnitt bei der Sanierung soll im Juli starten und bis Ende 2019 geschafft sein. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Das Untergeschoss, in dem Parkplätze entstehen sollen, sowie der überwiegende Teil der Decke darüber sind nach Auskunft von Rathaus-Sprecher Wulf Stibenz im Rohbau fertig. Als Nächstes soll ein Teil der zehn Meter hohen Turnhallen-Außenwände errichtet werden, außerdem die Drainage sowie Verfüllungen im Untergeschoss als Vorbereitung für die Bodenplatte für das Erdgeschoss. „Nach dem Bau des ersten Abschnittes der Turnhallen-Wände wird der restliche Teil der Decke über dem Parkplatzgeschoss betoniert und anschließend die Geräte- und Nebenräume der Turnhalle im Rohbau angelegt“, sagt Stibenz.

Die Sporthalle ist nur eine von insgesamt zehn großen Baustellen, die Stadt und Landkreis dieses Jahr in Görlitz angehen wollen – und da sind die Straßenbaustellen noch gar nicht mit eingerechnet. Die SZ gibt einen Überblick, was dieses Jahr jenseits von Straßen geschafft werden soll.

Vier große städtische Bauten kommen dieses Jahr auf jeden Fall

Neben der Sporthalle hat die Stadt dieses Jahr mit der früheren Synagoge, der Stadthalle und dem Zentrum für Jugend und Soziokultur drei weitere große Baustellen eingeplant. Alle vier sind nach Information von Bauamts-Leiter Torsten Tschage sicher, da kann auch der Haushalt keinen Strich mehr durch die Rechnung machen.

In die Ex-Synagoge fließen 4,29 Millionen Euro. Der Zuwendungsbescheid ist da, das Geld kommt von Bund, Land, privaten Stiftungen und aus Eigenmitteln der Stadt. Der letzte Bauabschnitt bei der Sanierung dauert von Juli 2018 bis Dezember 2019. Bei der Stadthalle steht im zweiten Bauabschnitt die Erneuerung der Saalfenster, der Dächer und der Saaldecke an. Die 1,86 Millionen Euro teuren Arbeiten haben im Oktober 2016 begonnen und sollen bis April abgeschlossen sein. Doch schon im Februar startet der 2,2 Millionen Euro teure dritte Bauabschnitt. Bis Februar 2019 sollen ein Aufzug eingebaut, der Kleine Saal für eine Sommernutzung ertüchtigt und die Rohbau- und Abdichtungsarbeiten im Untergeschoss erledigt werden.

Im Werk I sind die Gesamtsanierung der Furnierhalle und der Umbau zum Soziokulturellen Zentrum geplant. Die Arbeiten sollen von April 2018 bis Sommer 2019 dauern und 3,25 Millionen Euro kosten.

Die Rettungstürme am Berzdorfer See sind vom Haushalt abhängig

Am Berzdorfer See sollen vom zweiten bis vierten Quartal für 600 000 Euro zwei Rettungstürme errichtet werden. Die Neubauten an der Halbinsel und am Nordstrand sollten eigentlich schon voriges Jahr entstehen, doch damals scheiterte es am Geld. Die Finanzierung ist nun zwar eigentlich gesichert, aber die tatsächliche Umsetzung von der Freigabe der Haushaltsmittel abhängig. Die Ausschreibung ist in Vorbereitung, durchgeführt werden sollen die Arbeiten vom Bergbausanierer LMBV.

Der Landkreis arbeitet am BSZ und der Rettungswache Reichertstraße

Schon begonnen haben die Arbeiten am Berufsschulzentrum (BSZ). Hier geht es um die Erneuerung der Fassadendämmung am Neubau, die Erneuerung der Dächer an Sporthalle, Schulhaus und Terrassen sowie die Erneuerung der Fenster im Altbau in Abstimmung mit der Denkmalpflege. „Teile der Fassade am Neubau und einige Trassen sind bereits fertiggestellt“, sagt Julia Bjar vom Landkreis. Weiterhin seien im Altbau schon zwei Musterfenster eingebaut worden. Die restlichen Arbeiten laufen dieses Jahr und sollen bis Dezember abgeschlossen werden. Aus dem Programm Brücken in die Zukunft kommen Fördermittel von 2,2 Millionen Euro, insgesamt kosten die Arbeiten drei Millionen Euro.

In der Reichertstraße saniert der Landkreis die Rettungswache. Die alten Fahrzeughallen wurden abgerissen. Zwei moderne, dem heutigen Standard entsprechende Fahrzeughallen werden neu gebaut. Zudem erfolgt eine Teilsanierung der Rettungswache im Hauptgebäude. Das Ganze dauert bis Dezember, der Kreis investiert etwa 1,2 Millionen Euro.

Im Stadtzentrum sollen drei Parkanlagen schöner werden

Im Stadtpark läuft noch bis April die Rekonstruktion von Rosenterrasse, Rhododendronhang, Rondell am Parkhäuschen, Hauptwegen und Meridiansteinwiese. Das kostet eine halbe Million Euro und sollte eigentlich vor dem Winter fertig werden. Ebenfalls schon angelaufen sind die Arbeiten im Park des Friedens. Sie dauern noch bis Juli, die Finanzierung ist gesichert, die Arbeiten kosten 870 000 Euro. Beim Stadthallenufer, das ebenfalls rekonstruiert werden soll, muss die Stadt hingegen auf die Freigabe der Haushaltsmittel warten. Ansonsten ist die Finanzierung gesichert, ein Zuwendungsbescheid der EU vorhanden. Das Ganze kostet 200 000 Euro und soll von Juli bis Oktober erledigt werden. Bei allen drei Baustellen müssen Wege und Teile der Parkanlagen gesperrt werden.