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Zehntklässler zeigen Zähne

Die Gymnasiasten führen Brechts „Dreigroschenoper“ auf. Dabei beeindruckt vor allem die musikalische Umsetzung.

© Dietmar Thomas

Von Eric Mittmann

Hartha. „Und der Haifisch, der hat Zähne. Und die trägt er im Gesicht“, ertönte es am Donnerstagabend in der Hartharena. Es sind die wohl bekanntesten Worte aus Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“, die an diesem Abend von den Schülern der zehnten Klassen des Martin-Luther-Gymnasiums aufgeführt wurde. Unterstützung erhielten sie dabei von der Technik AG sowie der Schulband.

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Kurz zum Inhalt: Berufsverbrecher Macheath, genannt Mackie Messer heiratet Polly, die Tochter des Bettlerkönigs Peachum. Der hat leider überhaupt nichts für die Liebe übrig, weshalb er seinen Schwiegersohn kurzerhand an die Polizei verrät. Es ist ein Stück ohne Sympathieträger. Messer lässt seine Bande rauben und morden, Peachum nutzt das Elend der Menschen kaltherzig aus und der Polizeichef sorgt sich eher um das Wohl seines alten Kameraden Macheath, als dass er diesen zum Galgen führen könnte. Selbst Polly (im Stück beeindruckend gespielt von Amira Zabihi), die zunächst wie Messers naives Anhängsel wirkt, avanciert schnell zur durchtriebenen Geschäftsfrau – auch wenn sie dabei vordergründig aus Liebe zu handeln scheint.

Neben Zabihi überzeugten vor allem Nils Ziegenbalg als Mackie Messer, Jeremy Baumeyer als Bettlerkönig Peachum sowie Paul Watzl, der Macheaths Gesangspassagen übernahm, Ukulele spielte und sich sogar am Akkordeon versuchte. Doch auch insgesamt lieferten die jungen Akteure an diesem Abend eine sehr gute Vorstellung, was mit viel Beifall von den etwa 300 anwesenden Gäste belohnt wurde. Das Bühnenbild war gelungen, die Musik war zum Teil erschreckend gut umgesetzt – auch an dieser Stelle ist wieder Amira Zabihi mit dem Stück „Seeräuber-Jenny“ zu erwähnen – und sogar Brechts sogenannter Verfremdungseffekt wurde immer wieder aufgegriffen.

Schade, dass die Profile im nächsten Jahr umstrukturiert werden sollen. Das Martin-Luther-Gymnasium hat glücklicherweise bereits angekündigt, am künstlerichen Profil festhalten zu wollen.