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Zeitplan für Aufbau der Hofewiese steht

Die Sanierung des Landgasthofes wird wohl mehr als eine Million Euro kosten. Zu Ostern öffnet der Biergarten.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

Wanderern und Spaziergängern kann es offenbar nicht schnell genug gehen. „Schon in den vergangenen Wochen wurden wir immer wieder gefragt, ob geöffnet ist“, sagt Holger Zastrow, Inhaber der Hofewiese. „Am vergangenen Wochenende waren bei dem milden Wetter besonders viele Ausflügler unterwegs. Sobald das Tor offen steht, kommen sie in den Biergarten. Dann ergibt sich meist ein Plausch. Zum Arbeiten kommt dann keiner mehr“, erzählt er.

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Inzwischen haben der Dresdner und seine Mitarbeiter aber kräftig angepackt. Der Biergarten ist bereit für die Gäste: Dutzende Tische und Stühle stehen in Reih und Glied, die Sonnenschirme sind aufgestellt, und an den Verkaufsbuden müssten nur die Läden aufgeklappt werden, schon könnte es losgehen. Dabei hat der Winter dem Landgasthof übel mitgespielt. Sturm Friederike riss eine Pappel um. „Den Stamm verwenden wir jetzt als Balancierbalken für die Kinder.“ Am Gebäude beschädigte der Wind an zwei Stellen das Dach. „Die werden noch ausgebessert.“ Der unerwartet strenge Frost sprengte zwei Kaffeemaschinen. „Da muss noch ein Rest Wasser drin gewesen sein.“ Mehrere Flaschen, die der Frost ebenfalls explodieren ließ, sind dagegen verschmerzbar.

Diese Dinge zu beschaffen oder zu reparieren, sind Kleinigkeiten gegenüber den Aufgaben, die auf den Inhaber in diesem Jahr noch warten. Der eigentliche Gasthof mag von Außen schick aussehen, im Innern treten die Schäden offen zu Tage. In der Decke des Gastraumes klafft ein großes Loch, im Keller steht das Wasser, immer noch. „Ich bin jetzt mit einem Architekten das Haus abgegangen. Auch er sagt, dass es sich um ein kompliziertes Vorhaben handelt“, erklärt Zastrow. Einmal müssten erst genau die Schäden aufgelistet werden. Dazu ist es notwendig, beispielsweise Verkleidungen zu entfernen, um Mauern und Balken genau untersuchen zu können. Zweite Herausforderung ist es, eine vernünftige Raumaufteilung hinzubekommen. „Die Gasträume im historischen Teil bleiben und werden auch als solche genutzt. Komplizierter ist es schon, den lang gestreckten Raum gleich am Eingang so zu gestalten, dass sich Gäste darin auch wohlfühlen. Außerdem ist die Küche wahrscheinlich zu groß. Sie müsste ebenfalls angepackt werden.“ Im Obergeschoss könnten Wohnungen eingerichtet werden.

Betreiben will Zastrow das Landgut als Eventgaststätte. „Mir schwebt vor, sie für die unterschiedlichsten Feiern anzubieten, das können Hochzeiten sein, Geburtstage oder Firmenfeiern. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass Firmenseminare hier abgehalten werden.“ Aber selbst eine Öffnung als Gaststätte ist denkbar. „So könnte es eine Woche lang beispielsweise Martinsgans-essen geben, nur in dieser Woche, dann ist wieder geschlossen.“ Auch wenn beim Konzept noch nicht alles festgelegt ist, der Zeitplan, in dem der Gasthof wieder hergerichtet werden soll, steht. „In diesem Jahr will ich die Finanzierung auf die Beine stellen. Die Banken stehen dem Projekt jetzt viel offener gegenüber als noch zu Beginn.“ Dann sollen Planung und der Bauantrag fertiggestellt werden. „2019 will ich mit den Bauarbeiten beginnen. Ich rechne mit einer Bauzeit von zwei Jahren. Damit liege ich noch innerhalb des Limits von fünf Jahren für die Sanierung, das ich mir selbst gesteckt hatte.“ Was das Ganze kostet? „ Die Schätzungen gehen weit auseinander. Sie liegen zwischen 750 000 Euro und 1,5 Millionen Euro. Ich denke, wir werden in der Mitte landen.“

So weit will der Inhaber aber erst einmal noch nicht denken, jetzt steht Ostern vor der Tür mit vermutlich vielen Besuchern. Am Karfreitag wird die Hofewiese das erste Mal in dieser Saison öffnen. „Um 10 Uhr geht es los, egal bei welchem Wetter.“ Wegen der Vorhersagen hat Holger Zastrow das Wochenende unter die Überschrift „Glühostern“ gestellt. „Wir sind wahrscheinlich die Einzigen in Dresden, die jetzt noch Glühwein ausschenken. Zum Aufwärmen gibt es bekanntlich nichts Besseres.“ Dazu werden Feuerkörbe aufgestellt.

Wer etwas für sein Aussehen tun möchte, sollte am Sonntag so gegen 5.30 Uhr an der Hofewiese sein. 5.45 Uhr geht es zum Osterwasserholen. „Wir wandern zu einer nahe gelegenen Quelle. Der Überlieferung nach erlangt ja jeder, der sich das Gesicht mit dem Wasser besprengt, ewige Schönheit“, sagt Holger Zastrow. Allerdings muss das vor Sonnenaufgang geschehen, und die Teilnehmer dürfen auf der Wanderung nicht sprechen. „Das fällt einigen schon schwer.“ Im vergangenen Jahr haben sich überraschend viele Dresdner zu dieser kleinen Tour eingefunden. Der Biergarten hat ebenfalls schon ab 5.30 Uhr geöffnet. Lauffaule können dort Osterwasser mit Schaum genießen. Für Kinder werden an diesem Tag Ostereier versteckt. Ab 14 Uhr können sie sich auf die Suche begeben. „Der Osterhase stattet uns ebenfalls einen Besuch ab. Er kommt mit dem Oldtimermotorrad.“ Für Montag ist ab 14 Uhr Kinderreiten geplant. Geöffnet ist an allen Tagen von 10 bis mindestens 18 Uhr.