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Zeitreise ins Staatsgefängnis

Ende Juli soll die neue Dauerausstellung auf der Festung Königstein ihre Tore öffnen.

Königstein. Ab Ende dieses Monats können Besucher in der sanierten Georgenburg auf dem Königstein auf Zeitreise gehen. Mit der neuen Dauerausstellung kann die Geschichte des Staatsgefängnisses auf dem Felsplateau im Elbsandsteingebirge von 1588 bis 1922 nacherlebt werden, wie Kurator Andrej Pawluschkow sagte. Von den einstigen Verhältnissen zeugen Gefangenenketten, Fuß- und Handeisen oder mit Figuren nachgestellte Szenen. Multimedial können Schicksale von Inhaftierten recherchiert, fiktive Gespräche in ihrer Behausung oder der Wachstube vor 200 Jahren belauscht werden.

Gleich zum Auftakt des Rundgangs in dem Museum zeigt ein Film, wie „Maikämpfer“ August Röckel (1814 – 1876) im Jahr 1848 auf die Festung gebracht wird. Die Ankunft des Musikdirektors am Dresdner Opernhaus inmitten einer Menge von Infanterie wurde mit Schauspielern nachgestellt. „Er hat die Erlebnisse der Untersuchungshaft in seinem autobiogafischen Roman geschildert“, sagte Pawluschkow. Das Verzeichnis der Staatsgefangenen auf dem Königstein umfasse rund 1000 Namen vom fürstlichen Kanzler und Minister über Duellanten und Journalisten der Kaiserzeit bis zu aufständischen Arbeitern nach dem Ersten Weltkrieg. Später war die Festung auch Militärstrafgericht, Kriegsgefangenenort und Jugendwerkhof. Königstein wird mit ähnlichen Festungs-Gefängnissen wie dem Tower in London, der Bastille in Paris oder Peter-und-Paul in St. Petersburg verglichen. (dpa)

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